Medien : Neue ARD-Serie: Miss Marple auf Bayerisch

Thilo Wydra

Agathe Heiland hat keine Lust auf ein Rentnerdasein. Statt es sich im Ohrensessel gemütlich zu machen, spürt sie Verbrechen nach. Mit ihrem kriminologischen Übereifer macht sie gleich zwei Männern das Leben schwer: Zum einen ihrem guten Freund, dem weltfremden Bibliothekar Cornelius Stingermann (Hans Peter Korff), der bei Agathes Ermittlungen stets das Schlimmste fürchtet. Zum anderen dem Kommissar Krefeld (Maximilian Krückl), der Agathe immer um ein Stück hinterherhinkt.

Kommt uns das alles nicht vielleicht irgendwie bekannt vor? Ja. Es ist nur schon ein paar Jahre her, als die wunderbare Margaret Rutherford als Agatha Christies Miss Marple in vier britischen Schwarzweiß-Produktionen zum Fünf-Uhr- Tee den Mörder stellte. Auch sie zog das Schnüffeln dem Ohrensessel vor, auch sie hatte einen etwas verhuschten Bibliothekar an ihrer Seite, Mr. Stringer, und auch sie war dem genervten Kommissar Craddock immer um eine Nasenlänge voraus. Die Anleihen bei der neuen ARD-Krimi- Reihe „Agathe kann’s nicht lassen“ sind offensichtlich, nicht zuletzt wird das zum Ohrwurm gewordene musikalische Miss- Marple-Thema hier angestimmt. Ein ganz ähnliches Prinzip also wie bei den Pater- Brown-Filmen mit Ottfried Fischer, denen die alten Heinz-Rühmann-Filme, ebenfalls in den 60ern und in Schwarzweiß gedreht, als Vorlage dienen.

Ruth Drexel spielt diese Agathe Heiland, die urbayerische Schauspielerin, Regisseurin, Theaterintendantin. Sie schwingt als Agathe ihren Umhang mit ähnlichem Verve wie Miss Marple um sich, geht die Verdächtigen forsch an und braucht doch ihre Helfer, den Herrn Stingermann und den Herrn Krefeld. Agathes erster Fall – „Mord im Kloster“, eine Mischung aus Miss Marple und „Der Name der Rose“ – führt sie in das Kloster Marienfeld. Ein Mönch kam unter ominösen Umständen in der Bibliothek ums Leben. Der Abt (Michael Mendl) ist besorgt. Kommissar Krefeld ist ratlos. Und Agathe nimmt die Spur auf.

„Agathe kann’s nicht lassen“: ARD, 20 Uhr 15

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