Neue MDR-Affäre : Berliner Firma gerät in den Fokus

Der suspendierte Unterhaltungschef Udo Foht soll über ein Unternehmen aus Steglitz-Zehlendorf Zahlungen abgewickelt haben. Für Donnerstag ist eine Anhörung mit Intendant Udo Reiter geplant.

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Foto: MDR
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In der Affäre um Udo Foht, der am vergangenen Mittwoch als Unterhaltungschef des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) suspendiert wurde, gerät jetzt ein Berliner Unternehmen in den Fokus. „Just for Fun“ heißt die Firma, die im Bezirk Steglitz-Zehlendorf registriert ist. Über sie soll Foht, der seine Amt für private Zwecke missbraucht haben soll, ohne Kenntnis seines Arbeitgebers mindestens zwei fragwürdige Zahlungen über 30 000 und 20 000 Euro abgewickelt haben. Das berichtete die „Welt“ am Montag.

Foht soll demnach die Leipziger Produktionsfirma Ariane Film, die vom MDR regelmäßig Aufträge erhalte, im September 2008 gebeten haben, einer anderen Produktionsfirma ein Überbrückungsdarlehen zur Verfügung zu stellen, eben jene 20 000 Euro. Dieses Geld soll dann aber an Just for Fun geflossen sein. Bereits vergangenen Freitag war bekannt geworden, dass sich Foht von Philipp Welte, Vorstandschef des Burda-Verlags („Bunte“, „Focus“), Geld geliehen hatte, offenbar eine Summe von 30 000 Euro.

Foht soll privat Geldprobleme gehabt und eine Art Schneeballsystem an Krediten eingerichtet haben. Der 60-Jährige, der seit 1996 Unterhaltungschef des MDR ist und als Entdecker von Volksmusikstar Florian Silbereisen gilt, soll für private Zwecke offizielles Geschäftspapier des MDR genutzt haben, um damit Zahlungen von Dritten zu veranlassen.

Der MDR hat gegen Foht bereits Strafanzeige erstattet und prüft weitere Schritte. Für Donnerstag ist eine interne Anhörung von Udo Foht geplant. MDR-Intendant Udo Reiter kehrt dafür vorzeitig aus seinem Urlaub zurück. Die Affäre um Foht ist durch hausinterne Untersuchungen im Rahmen der Aufarbeitung des Skandals beim ARD-/ZDF-Kinderkanal Kika aufgeflogen, der unter MDR-Federführung steht. Reiter gibt sein Amt bis Jahresende ab. Vorher hat er in seinem Sender offenbar noch einige Aufklärungsarbeit zu leisten. sop

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