Neue Streaming-Plattform : Freier Eintritt in die Oper

Per Internet regelmäßig kostenlos in die Oper? Das ist nun möglich. Ein zum Teil EU-finanziertes Projekt möchte Oper für alle zugänglich machen. Doch die Opernmacher sind skeptisch, ob dies nun eine neue Ära einleiten wird.

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Endlich! Nun gibt es Oper für alle: per Stream im Internet.
Endlich! Nun gibt es Oper für alle: per Stream im Internet.Foto: dpa

Operntickets sind teuer, meist sind die Aufführungen ausverkauft und zu den berühmten Opernhäusern muss man auch noch weit anreisen. Das Musiktheater liegt für viele Menschen weit weg. Jetzt kann sich aber jeder selbst davon überzeugen, ob Oper Hochkultur oder doch nur viel Tamtam um vorhersehbare und simple Erzählungen ist. Vorhang auf für theoperaplatform.eu. Mehrere Opernhäuser aus ganz Europa stellen dort einige ihrer Produktionen gratis ins Netz. Mindestens eine große Inszenierung pro Monat kann man dort im Stream sehen.

Die Produktionen sind sechs Monate frei im Archiv abrufbar und werden in sechs Sprachen untertitelt. Angelegt ist das europäische Projekt auf drei Jahre. Kostenpunkt: vier Millionen Euro. Die Hälfte davon kommt aus der Kulturförderung der Europäischen Union. Hintergrundberichte und Blicke hinter die Opernkulissen finden sich ebenfalls auf der Plattform.

Den Auftakt macht am Freitagabend (19:55Uhr) das Teatro Real in Madrid mit einer Liveübertragung von Giuseppe Verdis’ „La Traviata“. Mit am Start sind 15 Theater unter anderem aus Turin, Riga und Amsterdam sowie der europäische Kulturkanal Arte, aus Deutschland sind die Oper Stuttgart und die Komische Oper Berlin dabei.

Intendant Barrie Kosky sieht im Internet nicht die Zukunft der Oper.
Intendant Barrie Kosky sieht im Internet nicht die Zukunft der Oper.Foto: dpa

Ist das Internet nun die Zukunft der Oper?

Diese Bühne geht Anfang 2016 mit einer ihrer ersten Premieren im nächsten Jahr online. Dennoch glauben die Opern-Macher nicht an ein neues Zeitalter. „Ich bin der festen Überzeugung, dass die Zukunft der Oper nicht im Internet liegt“, sagt Intendant und Chefregisseur Barrie Kosky, „ihre Zukunft hängt vielmehr davon ab, dass so viele Menschen wie möglich Oper live in Häusern wie der Komischen Oper Berlin erleben.“ Das Live-Streaming sei ein wundervolles Marketing-Werkzeug, um Opernliebhaber im In- und Ausland für die Komische Oper zu begeistern und sie nach Berlin zu locken. (mit dpa)

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