Neue Zweifel nach Abmahnungen : Redtube: Kläger ohne Filmrechte?

Im Verfahren um die Abmahnwelle wegen des Anrufs von Pornovideos gibt es neue Zweifel. Offensichtlich besitzt die Filmfirma nicht die Rechte an den Pornos. Ihr Geld werden die abgemahnten Nutzer wohl trotzdem nicht wieder sehen.

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Die Porno-Website Redtube.
Die Porno-Website Redtube.Screenshot: tsp

Im Fall der Massenabmahnungen wegen des Abrufs von Pornovideos auf der Internetseite Redtube.com gibt es neue Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Abmahnungen. So sei mittlerweile unklar, ob die Firma The Archive überhaupt die Online-Verwertungsrechte rechtmäßig erworben habe, berichtete die „Welt am Sonntag“ („Wams“), der nach eigenen Angaben entsprechende Kopien von Verträgen vorliegen.

Demnach soll The Archive lediglich die Online-Verwertungsrechte von Pornos von der Berliner Firma Hausner Productions übernommen haben, die ihrerseits die Rechte an zehn Pornos von der spanischen Firma Serrato Consultores gekauft haben soll, die wiederum nicht die Urheberin der Filme sei. Diese Rechte liegen demnach bei einer US-amerikanischen Porno-Produktionsfirma. Die „Wams“ zweifelt daran, dass diese Firma ihre kompletten Rechte an Serrato abgetreten hat.

Wenn sich bestätige, dass The Archive die Online-Rechte für die abgemahnten Fälle nicht besitzt, würde der Fall zusammenbrechen, so die „Wams“ – doch für die abgemahnten Nutzer, die bereits die geforderten 250 Euro gezahlt haben, bedeutet das nicht automatisch, dass sie ihr Geld von der Kanzlei Urmann und Collegen zurückbekommen. Denn die Kanzlei könnte sie direkt an ihren Mandaten The Archive verweisen. Und dort sind die Erfolgsaussichten, Geld einzuklagen, laut „Wams“ gering. Die Firma habe im vergangenen Jahr keinerlei Umsätze ausgewiesen.

Mit der Frage nach den Filmrechten kommen weitere Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Abmahnungen auf . Die Staatsanwaltschaft Köln hat bereits ein Ermittlungsverfahren gegen unbekannt eingeleitet, um zu klären, ob eine falsche eidesstattliche Versicherung vor dem Kölner Landgericht abgegeben wurde. Das Landgericht hatte die IP-Adressen der Nutzer herausgegeben und zweifelt inzwischen selbst an seiner Einschätzung. sal

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