Medien : Neuer Ermittler, weibliche Reize, Bad Homburg

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Schon lange ist ein TVKommissar nicht mehr so gründlich eingeführt worden wie Thomas Keller. In den Gesichtern der Figuren, die Jan-Gregor Kremp zu spielen pflegt, hat das Leben ohnehin immer schon seine Spuren hinterlassen. Für Hauptkommissar Keller von der Berliner Kripo aber kommt’s besonders dicke: Erst jagt sich vor seinen Augen ein Ganove eine Kugel in den Kopf, dann ereilt ihn noch am Tatort die Nachricht, dass daheim sein Vater gestorben ist.

Keller ist der neue Repräsentant des Hessischen Rundfunks für die ARD-Reihe „Polizeiruf 110“. Damit Keller wieder in seiner Heimat bleibt, aus deren Enge er einst floh, greift Titus Selge (Buch und Regie) zu einem fast schon plumpen Trick: Cherchez la femme! In Bad Homburg betreibt die hübsche Wirtin Sophie (Inga Busch) ein exquisites Lokal, und beides, die Reize der Frau wie auch ihre exzellente Küche, haben es Keller alsbald angetan.

Doch der Auftakt zum „Polizeiruf“ aus Bad Homburg kann ja nicht nur Romanze sein. Deshalb hat Selge einen fast familiären Kriminalfall ersonnen. Sein etwas kauziger Vater, findet Keller bald heraus, ist nicht etwa eines natürlichen Todes gestorben, sondern erwürgt worden. Bei der Obduktion finden sich unter den Fingernägeln des Toten verdächtige Hautreste – Keller gerät in Mordverdacht. Die Geschichte um den „Prinzen von Homburg“ nimmt fast schon abenteuerlich konstruierte Züge an, doch weil Selge die Handlung so flüssig inszeniert und die Darsteller ausnahmslos famos sind, nimmt man das dennoch hin. tpg

„Polizeiruf 110“, 20 Uhr 15, ARD

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