Neuer Internetdienst : Klicken statt schleppen

PaperC bietet Fachbücher im Netz an – zum Nulltarif.

Margit Lesemann

Geht das? Ganze Fachbücher kostenlos im Internet anbieten und damit auch noch Geld verdienen? Ja, sagen Martin Fröhlich und Felix Hofmann, die Gründer der in Berlin beheimateten Online- Plattform PaperC, die in diesen Tagen freigeschaltet wurde. PaperC, entstanden aus „pay per copy“, ist eine Art virtueller Copyshop, wie die beiden Geschäftsführer sagen.

Während des Studiums hatten sie sich über die Berge an Büchern und Papieren geärgert, die sie mit sich herumschleppen mussten. Oft haben wir Seiten kopiert und die Textstellen dann zu Hause in den PC eingegeben“, so Fröhlich. „Das ist nicht mehr gemäß der Zeit.“ Im digitalen Zeitalter müsse es doch möglich sein, Inhalte benutzerfreundlicher anzubieten, sagten sich die beiden und entwickelten das Konzept der PaperC GmbH. 100 Millionen Euro geben Studenten im Jahr für kopierte Seiten aus Fachbüchern aus. Ein Markt, den PaperC erschließen will. „PaperC ist eine kleine Revolution der Buchbranche“, sagt Fröhlich.

Wer sich bei www.paperc.de einloggt, findet rund 2000 Fachbüchern aus den Bereichen Wirtschaft, Naturwissenschaften, Informatik und Medizin. Das Lesen ist kostenlos, erst wenn man eine Seite ausdruckt, beziehungsweise herunterlädt oder eine Textstelle markiert, werden 10 Cent für jede Seite fällig.

Obwohl viele Verlage zunächst abwinkten, konnten inzwischen 15 Fachbuchverlage von dem Geschäftsmodell überzeugt werden, darunter Walter de Gruyter und Pearson Education Deutschland ebenso wie kleinere Verlage. Mit etlichen weiteren Verlagshäusern laufen Verhandlungen. „Die Verlage werden an den zehn Cent pro Seite beteiligt. Damit verdienen sie mehr als durch die Kopierpauschale, die über die Verwertungsgesellschaft Wort abgeführt wird“, rechnet Fröhlich vor. „Außerdem verhindern wir das Interesse an illegalen Filesharing-Diensten.“

Die Branche hat die beiden Jungunternehmer noch während der Testphase entdeckt: Auf den Buchtagen in Berlin wurde das Unternehmen im Juni mit einem Preis für Elektronisches Publizieren ausgezeichnet, dem AKEP Award. Täglich würden sich nun neue Nutzer bei PaperC registrieren, bis zum Jahresende erwarten Fröhlich und Hofmann mehr als 100 000 Nutzer. Margit Lesemann

www.paperc.de

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