NEUER JOB : Die Akzente der Azubine

Maybrit Illner startet am Samstag beim „heute-journal“ des ZDF. Illner ist die Nachfolgerin von Steffen Seibert, der vor kurzem als Sprecher der Bundesregierung nach Berlin wechselte.

Christian Helten
Passt! Maybrit Illner probt im Studio des „heute-journal“. Foto: ZDF
Passt! Maybrit Illner probt im Studio des „heute-journal“. Foto: ZDFFoto: Carmen Sauerbrei

Wenn Maybrit Illner Interviews gibt, spricht sie gerne in Metaphern und spielt auf Film- und Serientitel an: Sie trete jetzt eine Reise „zurück in die Zukunft“ an, die Redaktion des „heute-journals“ sei ein „echtes A-Team“ und sie selbst „die fröhliche Azubine“. Heute Abend moderiert sie das ZDF-Nachrichtenmagazin zum ersten Mal. Illner ist die Nachfolgerin von Steffen Seibert, der seit 2007 die Hauptmoderatoren Marietta Slomka und Claus Kleber vertrat und vor kurzem als Sprecher der Bundesregierung nach Berlin wechselte.

Es könnte sein, dass sie sich auch im „heute-journal“ mit ihren flapsigen Vergleichen nicht immer zurückhalten wird, im Gegensatz zu Kleber und Slomka, deren Moderationen selten Pointen enthalten. In ihrem Polittalk gibt sich Illner nie sonderlich staatstragend. Eher hat man den Eindruck, dass es ihr einfach großen Spaß macht, zwischen den heftig streitenden Damen und Herren zu sitzen und sie bisweilen sarkastisch zu bearbeiten. Sie mag den spontanen Witz, wirkt bisweilen aber auch leicht überdreht. Die „Welt“ schrieb mal, sie habe die freche „Berliner Schnauze“ in sozial akzeptabler Form im deutschen Fernsehen verankert.

Illner wurde 1965 in Berlin-Friedrichshain geboren. Ihre journalistische Karriere begann sie als Sportjournalistin im DDR-Staatsfernsehen. Beim ZDF moderierte sie ab 1992 das „Morgenmagazin“, übernahm 1998 dessen Leitung, weshalb sie ihrer Rolle beim „heute-journal“ jetzt gelassen entgegensieht. Nur mit der modernen Technik des Studios, die es seit 2009 möglich macht, dreidimensionale Grafiken und Animationen in die Präsentation zu integrieren, musste sie sich erst vertraut machen. Die Probedurchläufe seien aber gut verlaufen, sagte Illner. Vor ihrer Premiere sei sie „entspannt und aufgeregt zugleich“.

Einmal pro Monat wird Illner nach Mainz fahren, um von Samstag bis Dienstag auf dem Lerchenberg zu arbeiten. Ihr Berliner Talk läuft weiterhin am Donnerstag. Vermutungen, dass der Einstieg beim „heute-journal“ der Beginn ihres Abschieds von „Maybrit Illner“ sei, wies die Journalistin und Moderatorin zurück. Der Sender und sein Chefredakteur Peter Frey erhoffen sich von der neuen Teilzeitkraft, dass Maybrit Illner vor allem in der Interviewstrecke des „heute-journals“ Akzente setzen wird. Wenn sie ihre Art, mit Talk-Gästen umzugehen, in die Nachrichtensendung mitnimmt, sollte das garantiert sein. Christian Helten

„heute-journal“, ZDF, 22 Uhr 40

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