Neuer Sender : Joiz-TV: Kamikaze und Anarchie

Der neue Fernsehsender will den "Medienbruch" zwischen TV- und Online-Angeboten

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Sein eigenes Profil-Foto im Fernsehprogramm einblenden lassen, einmal über Skype der Lieblingsband eine Frage stellen oder bei Themen wie Liebeskummer, Magersucht und Bundestagswahlen live mitdiskutieren. Das will der Sender Joiz in seinem Programm ermöglichen. „Social TV“ nennen die Macher das Konzept des Privatsenders, der am kommenden Montag um 17 Uhr in Deutschland startet.

Joiz soll den „Medienbruch“ zwischen TV- und Online-Angeboten beenden, erklärte Senderchef Alexander Mazzara am Freitag in Berlin, wo der Sender seinen Sitz hat. In der Schweiz ist Joiz bereits seit 2011 zu sehen. Der deutsche Ableger soll im Kabel- und Satelliten-Fernsehen, über Apps, den Online-TV-Service Zattoo und den Livestream auf der Website zu empfangen sein. Zielgruppe sind die 15- bis 34-Jährigen, die die klassischen Fernsehangebote immer weniger konsumieren. Sie will Joiz erreichen, indem sie sich an Sendungen beteiligen können, und mit einem Programm, dessen Musikanteil bei 42 Prozent liegt. In der Schweiz geht das Konzept offensichtlich auf. 10 000 Kommentare pro Stunde würde Joiz zu Spitzenzeiten bekommen. Aus einem Nebengebäude des Berliner Postbahnhofs am Ostbahnhof sendet Joiz nun täglich zwischen 17 Uhr und 20 Uhr 30.

„Sieben Sekunden Berühmtheit“, so Mazzara, bietet der Sender den Nutzern, indem das Profilfoto eingeblendet wird, mit dem sie sich über ihr Joiz-Profil auf der Plattform des Senders in die aktuell laufende Sendung „einchecken“. Die Zuschauer werden über Skype in die laufende Sendung geschaltet, über Chat und Twitter können sie Fragen stellen oder Kommentare abschicken. Bereits vor dem Sendestart wurden die Nutzer eingebunden. Auf Facebook durften sie entscheiden, wer der erste deutsche Moderator wird. Auch Martin Tietjen gehört zum Team der Moderatoren. Der 27-Jährige kommt vom NDR. Seit Jahren werde bei den Öffentlich-Rechtlichen ohne große Ergebnisse an Online-Konzepten gearbeitet, klagt Tietjen. Nun will er zeigen, was „Kamikaze- und Anarchiefernsehen“ ist. Katharina Ludwig

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