News-Portale : In die Breite

Um in die Breite zu gehen, ist der Sommer eigentlich eine unpassende Zeit. Doch was für figurbewusste Menschen katastrophal ist, gilt nicht für Internetseiten: Ausladende Maße sind in – und die will sich jetzt auch Spiegel Online zulegen.

Sonja Pohlmann
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Mit neuer Optik erscheint Spiegel Online ab Dienstagabend. -Foto: Promo

 Ab Dienstagabend präsentiert sich Deutschlands führendes Nachrichtenportal im neuen Layout. Statt 130 Pixel wird die Startseite auf 900 Pixel wachsen. „Dadurch soll die Seite eleganter und luftiger erscheinen“, sagt Chefredakteur Rüdiger Ditz.

Zuletzt war der Internetauftritt von Spiegel Online vor drei Jahren modernisiert worden, damals noch unter der Leitung von Mathias Müller von Blumencron, der inzwischen an die Spitze des „Spiegel“ gewechselt ist. Seine beiden Nachfolger Rüdiger Ditz und Wolfgang Büchner, der nun neuer dpa-Chefredakteur wird, haben sich die Modernisierung der Seite vorgenommen. „Wir haben aufgeräumt“, sagt Ditz, der jetzt alleiniger Spiegel-Online-Chefredakteur ist.

Auf der Startseite selbst hat sich auf den ersten Blick nicht viel verändert. Doch bei den einzelnen Artikel soll der bisherige „Layout-Slalom“, wie Ditz sagt, künftig vermieden werden. Dafür wurden Bilder, Videos, interaktive Grafiken und Foren aus den Texten rausgenommen und in extra Kästen gepackt. Sie sind in den Artikeln nun links, statt wie bisher rechts zu finden. Dafür rutschen die Texte auf die rechte Seite.

Eine der wichtigsten Neuerungen betrifft das Archiv, für dessen Überarbeitung die „New York Times“ mit ihren „Topics“ als Vorbild diente. Statt einer chronologischen Trefferliste wird dem Leser eine komplett durchgestylte Seite zum jeweils gesuchten Thema präsentiert. Zu 10 000 Themen, die von der Redaktion aktualisiert und sortiert werden, sollen die Nutzer Dossiers nicht nur mit Texten, sondern auch mit Bildern, Videos und Grafiken erhalten.

Eine herausgehobene Rolle sollen bei Spiegel Online künftig Videos spielen. Es ist angedacht, dass bei gegebenem Anlass statt eines Artikels ein Video an erster Stelle der Startseite steht. Geliefert werden die Videos nicht nur von Nachrichtenagenturen, sondern auch von Spiegel-TV und aus der Multimedia-Redaktion des Nachrichtenportals. Gearbeitet wurde auch daran, bei Suchmaschinen wie Google eine bessere Trefferquote zu erzielen. Um die zehn Prozent soll die Reichweite von Spiegel Online insgesamt durch den Relaunch steigen, hofft Ditz.

Noch ist Spiegel Online Marktführer bei den deutschen Nachrichtenwebsites, erzielte laut IVW im Juli rund 113 Millionen Visits, dicht gefolgt von Bild.de mit 105 Millionen Visits.

Bezahlte Inhalte sind für Spiegel Online erstmal kein Thema. Doch die durch die Wirtschaftskrise bedingten geringeren Anzeigen belasten auch das Nachrichtenportal. Über weitere Investitionen soll deshalb erst Ende des Jahres entschieden werden. Sonja Pohlmann

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