Medien : „Nicht alle müssen alles können“

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Was muss ein Journalist können, um fit zu sein für das neue Medienzeitalter?

In jedem Fall mehr als früher. Journalisten müssen heute multimedial geschult sein. Blogging, Videostreaming, Kompakt-Zeitungen oder interaktives Fernsehen, das Mediennutzungsverhalten ändert sich unglaublich schnell – und damit auch die Aufgaben von Journalisten. In den USA gibt es schon Redaktionen, in denen Zeitungs-, Online- und Fernsehredakteure am selben Schreibtisch sitzen und gemeinsam an einer Geschichte arbeiten. Nicht alle müssen alles können, aber jeder muss wissen, wie das Zusammenspiel funktioniert.

Was unterscheidet die künftige Forschungsabteilung von einer klassischen Entwicklungsredaktion?

Wir wollen, dass wie bisher in allen Bereichen des Hauses Ideen entwickelt werden, und werden flexibel mit immer neuen Teams arbeiten und keiner festen Mannschaft, die hinter verschlossenen Türen vor sich hin bastelt. Die besten Leute des Verlages sollen projektweise zusammenkommen, um mit klaren Zielvorgaben neue Produkte zu entwickeln.

Warum investieren Medienunternehmen im Vergleich zu anderen Wirtschaftszweigen so wenig in die Produktentwicklung?

Die neuen Giganten auf dem weltweiten Medienmarkt wie Google und Yahoo investieren eine halbe Milliarde Euro in Forschung und Entwicklung, und zwar jedes Jahr. Das ist mehr als viele Traditionsunternehmen Umsatz machen. Es war einfach lange nicht nötig, Geld in neue Produkte zu stecken, das Geschäft lief auch so. Aber die Zeiten, die Medien, die Bedürfnisse der Nutzer haben sich radikal geändert.

Jan-Eric Peters , 41,

wird von 2007 an die Springer-Akademie leiten. In ihr wird auch die derzeitige Journalistenschule aufgehen.

Die Fragen stellte

Ulrike Simon.

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