Medien : Nichts wie zuvor: „Bella Block“ als ZDF-Zweiteiler

Thilo WydraD

Diese Kommissarin Bella Block (Hannelore Hoger), sie wird ihr Leben ändern müssen. Radikal. Ihr Lebensgefährte Simon Abendroth (Rudolf Kowalski) kann und will nicht mehr. Dieses Leben, das sie nicht wirklich miteinander teilen, in welchem ihr jeder Mord wichtiger ist als er und ihre so rare Zweisamkeit. Manchmal, da reichte es nicht mal mehr für den gemeinsamen Rotwein. Und dann der neue Vorgesetzte, der junge Schnösel namens Mark Haber (Jörg Hartmann).

Diesmal kommt alles zusammen, denn Bella verliert auch noch ihre Stimme. Im Gerichtsgebäude bekommt sie hinterrücks von einer Frau ein Messer in den Rücken gerammt und quetscht sich beim Sturz zudem den Kehlkopf ein. Bella hatte zuvor in einem Prozess gegen einen Mörder ausgesagt, die Attentäterin, das ist die Ehefrau des nun Verurteilten. Als Bella auf der Intensivstation aufwacht, nicht mehr sprechen kann, da ist es dennoch Simon, der bei ihr ist. Der eigentliche Fall, der ist bei all diesen Zäsuren im Grunde sekundär: Eine junge Frau, Nicolette, wurde nach einer Party in ihrer Wohnung umgebracht. Sowohl ihre kleine Tochter, als auch Freund Oliver Beck (Thomas Schmauser) sind spurlos verschwunden.

Markus Imboden führte erneut Regie, Beate Langmaack hat die Drehbücher verfasst. Aufgrund der tiefen Einschnitte im Leben der nassforsch-schnoddrigen Ermittlerin haben sich die Macher von ZDF und UFA dafür entschieden, den Wandel in einem Zweiteiler zu erzählen, zulasten der Spannung. Der Wandel des Formats ist zwar gewöhnungsbedürftig, Hannelore Hoger liefert aber womöglich eine ihrer besten Darstellungen überhaupt ab. Das Spektrum, das sie zeigt, ist derart facettenreich und farbig, das ist schon jetzt fernsehpreiswürdig. Die Metamorphose, die sie durchmacht, ist zutiefst bewegend und berührend. Vor allem: wahrhaftig, authentisch. Da kommt eine Figur, ein mit vollem Leben angefüllter Charakter, nochmal zu neuem Leben. Thilo Wydra

„Bella Block – Das Schweigen der Kommissarin“, ZDF, heute und am 19. Januar, 20 Uhr 15

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