Medien : Noch acht Mal

Abschied von „Harald Schmidt“

Christoph Amend

Was wäre, wenn…

Es gibt wohl niemanden derzeit, den wir Medienleute so verehren wie Harald Schmidt. Nicht anders ist es zu erklären, dass er seit Dienstag das Feuilleton der „FAZ“ dominiert wie kaum ein Lebender vor ihm (außer vielleicht den Gen-Forscher Craig Venter, aber das ist eine andere Geschichte); und dass man in der Fernseh-Sendung „Kulturzeit“ dem Feuilleton-Chef der „Zeit“ zusehen konnte, wie ihm während des Interviews ein Schmidt-Highlight nach dem anderen einfiel. Und warum sonst sollte der Tagesspiegel heute auf der Medienseite eine Abschieds-Serie beginnen?

Spielen wir „Was wäre, wenn…“: Wie wäre Harald Schmidts Bilanz für 2003 ausgefallen ohne seine „kreative Pause“? Er war eher schwach aus der Sommerpause zurückgekehrt und seine Rhein-Sondersendung war ein Flop. Er hatte das schon während der Aufzeichnung bemerkt – und sich nach seinem Prinzip „Wenn mich einer kritisiert, dann ich“ in den folgenden Tagen über den Misserfolg lustig gemacht. Es war einfach nicht sein bestes Jahr. Und jetzt? Seit der Dienstags-Sendung hat er wieder ein Thema, seinen eigenen Abschied. Er ist in Topform.

Er hat etwas geschafft, was vor ihm keinem gelungen ist: Eine Woche lang Nachrufe auf das eigene Leben und Werk zu lesen. Sehr unterschiedliche Persönlichkeiten wie Ministerpräsidentin Heide Simonis oder „Bild“-Kolumnist Franz-Josef Wagner erwiesen ihm die letzte Ehre – obwohl es dafür natürlich viel zu früh ist.

Denn im nächsten Sommer kehrt Harald Schmidt zurück, von Dienstag bis Freitag in der ARD, direkt nach den „Tagesthemen“. Woher ich das weiß? Ich habe davon geträumt. So weit ist es gekommen.

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