Medien : „Noch alle Tassen im Schrank?“

Henryk M. Broder im Clinch mit Konstantin Weckers Schwiegervater

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Der Liedermacher und Friedensaktivist Konstantin Wecker hat nicht nur viele Fans, er hat auch einen Schwiegervater: Reinhard Berlin in Bassum bei Bremen. Der las am 11. Januar auf „Spiegel Online“ die Geschichte „Hundekekse für den Frieden“ über Weckers Reise nach Bagdad, geschrieben von Henryk M. Broder. Danach schrieb er einen Leserbrief, in dem er behauptete, Broders Beitrag habe „nazistische Hetzparolen“ in Weckers OnlineGästebuch geschwemmt.

Worauf Broder sich auf den Weg auf Weckers Website machte und nichts Derartiges fand. „Wären Sie so nett, mir zu sagen, wo Sie fündig geworden sind?“ fragte er bei Reinhard Berlin nach. Berlin schrieb eine längere Antwort über den Umgang mit E-Mails und über Gästebuch-Beiträge, „die nichts als Häme und üble Bemerkungen hinterlasse…“, und schlug Broder „eine Diskussion mit meinem Schwiegersohn“ vor. Ohne auf das Angebot einzugehen, schrieb Broder an Berlin einen Brief, der mit der Frage anfing: „Erlauben Sie mir bitte, in Demut und Respekt, eine Frage: Haben Sie noch alle Tassen im Schrank?“ und mit dem Satz endete: „Ich kann es mir vorstellen, dass ein Leben an der Seite von Wecker zu schweren Wahrnehmungsstörungen der Wirklichkeit führen muss und dass Passiv-Koksen auch nach Jahren unangenehme Nachwehen provoziert, wie z.B. die Unfähigkeit, zwischen Ursache und Wirkung unterscheiden zu können.“

Den ganzen Briefwechsel stellte Broder auf seiner Website online, worauf Berlin beim Landgericht Verden eine Einstweilige Verfügung beantragte, mit der Broder verboten werden sollte, diese beiden Sätze weiter zu verbreiten. Das Gericht hat dies abgelehnt, da „die angegriffenen Erklärungen den Schutz der Meinungsfreiheit genießen“.

Für den Fall, dass er das Verfahren verloren hätte, erklärte sich Broder zu einer Ehrenerklärung für Weckers Schwiegervater bereit: „Er hat alle Tassen im Schrank, nur die Untertassen sind grade unterwegs.“ Tsp/jbh

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