Medien : Noch schlimmer als befürchtet

Gesellschafter des „SZ“-Verlags ringen um finanzielle Lösung

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Dem Süddeutschen Verlag geht das Geld aus. Deshalb erwägt das Münchner Unternehmen große Teile der Fachinformationen, zu denen unter anderem die Zeitschrift „Kontakter“ gehört, zu verkaufen. Auch denke der Verlag daran, seine Regionalzeitungen wie die „Neue Presse“ in Coburg und das „Freie Wort“ in Suhl abzustoßen. Die Marke „Süddeutsche Zeitung“ soll dagegen erhalten bleiben, sagte der Verlagsmanager Klaus Josef Lutz in einem Bericht im Wirtschaftsteil der „Süddeutschen Zeitung“ vom Samstag. Auch das „SZ“-Magazin und der Regionalteil Nordrhein-Westfalen stünden nicht zur Disposition.

Aufgrund der Anzeigenkrise ist der Süddeutsche Verlag in einen finanziellen Engpass geraten. Im Jahr 2002 ist die Zahl der Anzeigenseiten in der „SZ“ um 19 Prozent gesunken, bei den Stellenanzeigen gab es sogar einen Rückgang um 50 Prozent. Zurzeit macht die „Süddeutsche“ jeden Monat mehrere Millionen Euro Verluste. Nach Informationen des „Spiegel“ belief sich allein im August das Minus auf sieben Millionen Euro. Bis zum Jahresende habe die Zeitung 30 Millionen Euro Verluste angehäuft. Der Geschäftsführer des Süddeutschen Verlages Dirk Refäuter spricht von einem Umsatzrückgang des Unternehmens um 88 Millionen im Vergleich zu 2001. Die Umsatzerlöse der „Süddeutschen Zeitung“ gingen 2002 um etwa 50 Millionen Euro zurück. Refäuter will mit Kostenmanagement und einem neuen Führungsteam den Verlag trotz rückläufiger Anzeigenmärkte 2003 wieder in die Gewinnzone zurückführen. Dazu hat der Verlag die Unternehmensberatung Roland Berger engagiert.

Bis dahin braucht die Zeitung aber eine Zwischenfinanzierung. Laut „Spiegel“ verweigert die Hausbank, die Hypovereinsbank, bislang einen weiteren Kredit. So sollen sich die Gesellschafter der Zeitung schon auf die Suche nach neuen Teilhabern gemacht haben, die ihrem Unternehmen Geld zuschießen. Eine der Gesellschafterfamilien führe, wie der „Focus“ berichtet, bereits Gespräche mit der Essener WAZ-Gruppe als potenziellem Neu-Gesellschafter. Außerdem nennt „Focus“ den Münchner Verleger Dirk Ippen („Münchner Merkur“, „tz“) als möglichen neuen Mitverleger. Die Gesellschafter lägen aber miteinander im Streit, was eine Lösung der Finanzkrise erschwere.nol

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