Medien : Nur Dreck? Neues Magazin für Männer

Fabian Grabowsky

„Feld Hommes“ und Heidi Klum haben zwei Dinge gemeinsam: Sie haben einen seltsamen Namen und sehen gut aus. Dann muss es mit den Gemeinsamkeiten auch reichen. Klum ist ein so genanntes Topmodell, „Feld Hommes“ will ein ungewöhnliches Männermagazin sein.

„Feld Hommes ist wirklich neu“, beteuert Chefredakteur Jan Weiler im Vorwort seines Hefts, das heute in den Handel kommt, und dass es „so etwas noch nicht gegeben“ hat. Da haben die Leser schon einen Bikini-Titel und neun Seiten Männermodewerbung hinter sich. Mit „so etwas“ meint Weiler ein Männermagazin, das sich nicht für Bauchmuskeln und Sexwitzchen interessiert. Und das sich dann auch noch eine Frau ausgedacht hat. Eine „kühne These“ ist das, gibt er zu. Es ist eine zu kühne These.

Heftthema ist „Dreck“. Das ist keine schlechte Idee für ein Männermagazin und wäre vielleicht interessant oder sogar subversiv. Wenn Dreck mehr als nur ein Vorwand wäre. Das Heft beginnt mit Texten über Dreck als Essay, Dreck als Kunst und Dreck als Fluss. Es folgen ein Autotest mit dreckigen Offroadern und ein Moritz-von-Uslar-Interview mit dem schmallippigen Jungschauspieler Stipe Erceg. In dem taucht das Wort „Dreck“ schon nicht mehr auf. Da ist das Heft bei Seite 119 von 255: Zwar alles okay, aber nicht neu. Und dann kommt die Kategorie „Für das Auge“, die nur noch aus Fotos besteht. 115 Seiten lang. Zum Beispiel von einer blassen Anne, die fotografiert hat, wie sie sich auf einem Sofa verrenkt („Anne allein zuhaus“). Anschließend Modestrecken, ungefähr zwölf, mit jungen Damen („Das ist Ania aus Schweden. Mehr gibt es da nicht zu sagen“), einem Jüngling, der sich als Mr. Wash einen Schlauch an den Schritt hält. Die Stimmung der Fotos ist zu düster, zu ermüdend, als dass sie den Betrachter fesseln könnte.

Das liegt daran: „Feld Hommes“ soll nicht gelesen werden. Fotografen sollen hier ihre Fotos zeigen, Modefabrikanten ihre Kreationen und Grafiker ihren State of the Art. Das ist wirklich nicht neu. Schlimmer noch: Es ist genauso fad wie Heidi Klum.

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