Medien : „Oderzeitung“ übernimmt „Generalanzeiger“

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Die „Märkische Oderzeitung“ (MOZ) aus Frankfurt (Oder) übernimmt von der Verlagsgruppe Dirk Ippen den „Oranienburger Generalanzeiger“ (OGA) und dessen Ableger im Nordwesten Brandenburgs (verkaufte Gesamtauflage: 23 000 Exemplare). Angesichts „eines immer schwieriger werdenden Marktes für Tageszeitungen haben sich beide Medienhäuser zu diesem Schritt entschlossen, um die Zukunftsfähigkeit“ beider Blätter zu verbessern, hieß es in einer Mitteilung. Das Bundeskartellamt muss dem Verkauf noch zustimmen.

Das streng auf Lokalberichterstattung ausgerichtete Blatt aus Oranienburg mit Ursprung im Umfeld der DDR-Opposition ist neben der ebenfalls zum Ippen-Imperium gehörenden „Altmark Zeitung“ in Sachsen-Anhalt die einzige Neugründung auf dem Gebiet der früheren DDR, die überlebt hat. Der Verkauf wurde von der Geschäftsführung damit begründet, dass Oranienburg zu weit vom Mutterhaus im westfälischen Hamm entfernt sei, um die Zweigstelle in Brandenburg auf eine dauerhaft solide Basis zu stellen. „Die Titel soll es künftig weiter geben“, sagte „MOZ“-Chefredakteur Frank Mangelsdorf dem Tagesspiegel. „Wir wollen voneinander lernen, um mehr Qualität und mehr Effizienz in unsere Blätter zu holen.“

Der „OGA“ ist stärkster und direkter Konkurrent der „Märkischen Allgemeinen Zeitung“ (MAZ) – und wegen seiner Geschichte ein Novum zwischen den früheren SED-Bezirkszeitungen im Osten Deutschlands. Die „MAZ“, eine Tochter der FAZ GmbH, und die „ MOZ“, die zu gleichen Teilen zu Stuttgarter Zeitung/Nachrichten und Südwest Presse in Ulm gehört, haben ihr Verbreitungsgebiet bislang jeweils in den Grenzen der früheren DDR-Bezirke Frankfurt (Oder) und Potsdam. Nun greift die „MOZ“ (90 000 Exemplare) den Konkurrenten direkt an.

Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) sprach von einem „Paukenschlag“ für die Brandenburger Medienlandschaft. „Die Entscheidung des Verlagshauses in Frankfurt (Oder) für den ,Oranienburger Generalanzeiger’ setzt zweifellos Zeichen“, sagte er in Potsdam. Er vertraue darauf, dass auch unter dem neuen Eigentümer die Leser im Einzugsgebiet des „OGA“ auf kompetenten, aktuellen und zuverlässigen Lokaljournalismus bauen können. Alexander Fröhlich

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