Öffentlich-rechtliche : Der RBB sucht sein Sparschwein

So sehen die Radiomodelle der heutigen Zeit aus: schließen, fusionieren, kooperieren.

Joachim Huber

Je länger die Geschäftsführung des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB) schweigt, desto lauter werden die Gerüchte im Sender über den angekündigten Sparkurs. Am Faktum, dass in der Gebührenperiode 2009 bis 2012 dem RBB 54 Millionen Euro im Etat fehlen, kommt keiner vorbei, an der Frage, wo diese Summe gespart werden soll, scheiden sich die Meinungen. Die bisherigen Signale aus der Geschäftsleitung um Intendantin Dagmar Reim machen deutlich, dass es in dieser Sparrunde die Programmleistungen der Zwei-Länder-Anstalt treffen wird. Von bis zu jährlich zehn Millionen Euro geht die Rede. Und wie selbstverständlich fürchtet sich die Abteilung Hörfunk mehr als das Fernsehen. Im Radio veranstaltet der RBB sieben Wellen – ist das nicht eine zu viel? Zieht man die Stimmen zusammen, ergeben sich drei intern diskutierte Modelle. Erstens wird ein Programm komplett aufgegeben, das würde am ehesten Radio Multikulti treffen; zweitens werden zwei Wellen zusammengelegt: Antenne Brandenburg mit Radio Berlin 88,8 oder Radio Eins mit Radio Fritz. Drittens wird bei allen Wellen gespart und beim Kulturradio wieder mit der Kulturwelle des Norddeutschen Rundfunks kooperiert.

Ein Sparmodell, sagte RBB-Sprecher Ralph Kotsch, werde es definitiv nicht geben – das Modell „Rasenmäher“. Andererseits läuft die Aktion „Eichhörnchen“. Beim Inforadio beispielsweise wurden Schichten von 36,5 Stunden auf 38,5 Stunden hochgefahren oder Moderationshonorare gekürzt. Derartige Schritte werden die Sparsumme nicht erbringen, zumal an anderer Stelle Zusatzausgaben anfallen. Im neuen Gebäude von Inforadio an der Masurenallee wurde auch ein kleines Fernsehstudio für „rbb aktuell“ eingerichtet. Mitarbeiter berichten, die neue Technik sei derart fragil, dass in Potsdam stets ein zweites Nachrichtenteam bereit stehe – falls im Berliner Studio Mensch und Maschine versagen. Joachim Huber

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