Öffentlich-Rechtliches Fernsehen : 89 Stunden Tour de France

Bei Doping halten sich ARD und ZDF den Ausstieg aus der Berichterstattung über die Tour de France offen. Vom 7. bis 29. Juli berichten die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender insgesamt rund 89 Stunden über das größte Radsport-Ereignis der Welt.

Doping
Urinproben von Sportlern stehen im Institut für Doping-Analytik und Sportbiochemie in Kreischa bei Dresden. -Foto: ddp

Ungeachtet der Dopingdiskussion halten ARD und ZDF an einer umfangreichen Berichterstattung über die Tour de France fest. Vom 7. bis 29. Juli berichten die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender insgesamt rund 89 Stunden über das größte Radsport-Ereignis der Welt. Dazu kommen weitere Beiträge in den Nachrichten- und regulären Sportsendungen sowie in verschiedenen TV-Magazinen. „Zur Liveübertragung gehören auch Beiträge, Gespräche und Analysen zum Thema Doping“, versicherte am Freitag der ARD/ZDF-Teamchef Peter Kaadtmann.

Wegen des Glaubwürdigkeitsverlustes durch die Dopingfälle hatten die beiden öffentlich-rechtlichen Sender damit gedroht, sich notfalls ganz von den Radsport-Großereignissen zurückzuziehen. Diesen Schritt wollte Kaadtmann für den Fall von positiven Dopingproben bei der Tour de France nicht ausschließen. „ARD und ZDF behalten sich vor, aus der Berichterstattung auszusteigen, falls das System der Dopingkontrolle nicht zum Tragen kommt“, kündigte der Teamchef an.

In der Hoffnung, dass die „Einsichtigen die Oberhand gewinnen“, haben die Fernsehsender aber zunächst die Liveübertragungen aller 21 Etappen geplant. Das Erste eröffnet die Tour am 7. Juli mit dem Prolog in London und zeigt insgesamt elf Etappen. Das ZDF ist bei zehn Teilstücken dabei und überträgt das Finale und die Siegerehrung am 29. Juli in Paris. Eine gemeinsame Produktionstechnik und ein eigener Übertragungswagen garantieren über das Weltbild hinaus eigene Berichte.

Zum neu aufgestellten Team der ARD gehören die Dopingexperten Hajo Seppelt und Florian Bauer vom Westdeutschen Rundfunk (WDR). Das Erste, dessen enge Verbindung zum Radsport in der Vergangenheit auf heftige Kritik gestoßen war – unter anderem hatte der frühere Tour-Sieger Jan Ullrich Prämien vom Team Telekom-Sponsor ARD kassiert – hat auch die Kommentatoren teilweise neu besetzt. Erstmals sitzen Florian Kurz (WDR) und Florian Naß (Hessischer Rundfunk) gemeinsam am Mikrofon. Tour-„Urgestein“ Herbert Watterott ist hingegen aus Altersgründen nicht mehr dabei. Von den früheren Kommentatoren Jürgen Emig und Hagen Boßdorf hatte sich die ARD bereits vorher getrennt. Für das ZDF kommentiert das Duo Peter Leissl/Michael Pfeffer das Tourgeschehen. dpa

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