Medien : Ohne Sonnenbrille

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Man kann sich schönere Geburtstage vorstellen. Wolkenbruchartiger Regen in der Allianz-Arena, ein schlechtes Lokalderby Bayern gegen 1860 München zum Abschied von Giovane Elber – unter diesen Umständen durfte, oder besser musste, der neue Pay-TV-Sender Arena am Dienstagabend sein erstes Live-Spiel übertragen. Größere journalistische Probleme waren ja nicht zu erwarten . Arena hat ARD, Premiere, Sat1 und DSF einen Schwung an Reportern weggekauft, allen voran Fragensteller Uli Köhler (mal ohne Sonnenbrille), und der souveräne Frontmann Oliver Welke. Die können alle ihren Job. Pay-TV-Konkurrent Premiere hätte die drei Stunden Live-Übertragung nicht anders machen können: Anmoderation, stimmungsvolle Bilder, keine Werbung, ein unaufgeregt-sachlicher Kommentator Oliver Forster, launige Interviews mit Managern, Trainern, Spielern, Ex-Spielern, wobei sich vielleicht doch mal ein Interview- und Analyse- verbot für Andreas Brehme („Ich sach mal“) empfiehlt. Das Arena-Motto offenbar: Bloß nicht overdone, eher Understatement in Ton und Bild. Premiere hat Maßstäbe gesetzt, und Arena wird die Fußball-Übertragung jetzt nicht neu erfinden, den Akzent in WM-Manier höchstens ein bisschen verlagern wollen in Richtung Fan, wie es ein überlanger Werbespot („Arena – Es ist mein Kick“) andeutet. Dazu ab und an ein geteilter Bildschirm, der so genannte Splitscreen, wie er vor allem in der Bundesliga-Live-Konferenz (Samstag ab 15 Uhr, auch auf Sat1) zu sehen sein soll. Eines hat gefehlt, bei diesen ersten Arena-Bildern: die Einblendung der Spielzeit. Aber vielleicht wird man die bei spannenderen Bundesligaspielen ab morgen gar nicht vermissen. Wenn da überhaupt schon jemand Arena schaut. meh

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