Medien : Olympia: Arte testet die antiken Sportdisziplinen

Thomas Gehringer

Bei Arte beginnen die Olympischen Spiele nicht erst am 13. August, sondern bereits heute Abend: Der Dokumentarfilm „Mythos Olympia“ von Thomas Weidenbach prüft, so heißt es, „die alten Helden mit neuer Technik“. Vorausgeschickt sei, dass es früher auch Dopingfälle gab, und nicht einmal das bis vor kurzem vom IOC bis zur Lächerlichkeit verteidigte Amateur-Prinzip wurde schon vor 2500 Jahren eingehalten. Die Athleten durften durchaus bei anderen „Sportfesten“ den Siegerlohn einstreichen und dennoch an den Olympischen Spielen teilnehmen.

Nach einer kurzweiligen Einführung, in der die Irrtümer in der Charta des neuzeitlichen Olympia-Gründers Pierre de Coubertin aufgezählt werden, kommt „Mythos Olympia“ zur Sache: zu den verschiedenen Experimenten, mit denen der antike Sportler durchleuchtet werden soll. So wird die Statue eines Olympiasiegers von einst von einem Computer vermessen und mit den gewonnenen Daten auf seine körperliche Leistungsfähigkeit analysiert. Das wenig überraschende Ergebnis: Der Mann ist topfit – wäre er nicht aus Stein. Thomas Weidenbach und die beteiligten Sportwissenschaftler lassen außerdem vier aktuelle Spitzenathleten mit antiken Sportgeräten hantieren. Auch hier hält sich der Erkenntnisgewinn in Grenzen: Der deutlich größere Diskus muss mit einer anderen Technik geschleudert werden und fliegt kürzer, das Laufen in voller Waffenmontur ermüdet schneller, und die Hanteln in der Hand verhelfen dem sich mit beiden Beinen abstoßenden Weitspringer zu einer größeren Weite.

Das sind hübsche Spielereien, die die Dokumentarfilmer an der Kölner Sporthochschule simulieren, aber es sieht doch so aus, als wollten die Wissenschaftler vor allem ihre modernen Apparate präsentieren.

„Mythos Olympia“: Arte, 19 Uhr

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