Online-Fotodienst : Instagram rudert nach Kritik an neuen Geschäftsbedingungen zurück

19.12.2012 08:44 Uhr
Facebook hatte im September die Übernahme von Instagram abgeschlossen. Foto: dpa
Facebook hatte im September die Übernahme von Instagram abgeschlossen. - Foto: dpa

Die umstrittene Passage zum Verkauf von Bildern der Nutzer streicht Instagram aus der Neufassung seiner Nutzungsbestimmungen. Am Vorhaben, die Daten seiner Nutzer künftig mit dem Mutterunternehmen Facebook zu teilen, hält der Konzern wohl fest.

Nach der Kritik an neuen Nutzungs- und Datenschutzbestimmungen ist der Online-Fotodienst Instagram zurückgerudert. Eine umstrittene Passage, die den ungefragten Verkauf von Bildern der Nutzer ohne Honorar ermöglicht hätte, werde gestrichen, teilte das Unternehmen am Dienstag mit.

Instagram sprach dabei von einem Missverständnis. „Um es deutlich zu sagen: Wir haben nicht die Absicht, Eure Fotos zu verkaufen“, erklärte der Mitgründer des Online-Dienstes, Kevin Systrom.

Weitere Angaben zu möglichen Änderungen an den umstrittenen neuen Geschäftsbedingungen machte Systrom nicht. In einem Blog-Eintrag hatte Instagram am Montag ebenfalls angekündigt, dass die Daten seiner gut 100 Millionen Nutzer künftig mit dem Mutterunternehmen Facebook geteilt werden sollen. Damit könnte das Unternehmen gezielter Werbung schalten. Weiterhin müssen Nutzer fortan unter ihrem Klarnamen auftreten. Die Änderungen sollen am 16. Januar in Kraft treten. Eine Möglichkeit, die Änderungen abzulehnen, haben die Nutzer nicht.

Mit Instagram können per Smartphone geschossene Fotos kostenlos bearbeitet und anschließend auf Facebook, Twitter und anderen sozialen Netzwerken im Internet veröffentlicht werden. Dort zählt das Teilen von Bildern mit anderen Nutzern zu einer der Hauptaktivitäten.

Facebook hatte im September die Übernahme von Instagram abgeschlossen. Als Kaufpreis hatte der Internetgigant im April eine Milliarde Dollar geboten. Die tatsächliche Summe lag aber niedriger, weil ein Teil des Deals mit Aktienoptionen bezahlt wurde und der Facebook-Kurs seit dem Börsengang im Mai deutlich an Wert verloren hat.

Populär geworden war Instagram mit Hilfe des Facebook-Rivalen Twitter. Anfang Dezember sorgte Instagram aber dafür, dass Mitglieder ihre Bilder nicht mehr direkt sondern nur noch als Link auf Twitter veröffentlichen können. Offenbar will Instagram Nutzer stärker auf die eigenen Seiten lenken, um sich durch vermehrte Zugriffe höhere Werbeeinnahmen zu sichern. (AFP)

Umfrage

Der Springer-Verlag will vor der Bundestagswahl erneut an alle Haushalte in Deutschland ein Gratisexemplar der BILD verteilen. Wie reagieren Sie?

Service

Empfehlungen bei Facebook

Weitere Themen

Unser/e Leser/in blinder meint zum Artikel: Besuch im Reichstag bleibt umständlich:
Da von den aktuell 620 Abgeordneten bei den Sitzungen sowieso nur 20% anwesend sind, bleiben fast fünfhundert Sitze unbelegt. Hier könnte man doch die wartenden Besucher nach der obligatorischen Einlasskontrolle "zwischenparken".
Diskutieren Sie mit!