Online-Netzwerke : Truman lässt grüßen

Das Studentennetzwerk StudiVZ bekommt mit der "Pietshow" seine erste Serie.

Kurt Sagatz
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Alles auf Video. Filmstudent Piet erlebt in seiner Kreuzberger WG merkwürdige Dinge.Foto: Grundy Ufa

Nicht ohne meine Videokamera, ist die Devise des Filmstudenten Piet. Sein Durchbruch im wortwörtlichen Sinn gelingt ihm, als er bei der Einweihungsparty in seiner Kreuzberger Studenten-WG tanzend die Wand zur Nachbarwohnung mit einem riesigen Loch versieht. Hier wohnen Melanie und Jessy, ebenfalls Studentinnen und anfangs alles andere als glücklich über die neue Groß-WG.

Filmfreak Piet, sein Mitbewohner Nick sowie Jessy und Melanie sind die Protagonisten der „Pietshow“, die am Dienstag in den Online-Netzwerken StudiVZ und MeinVZ startet. Für Autor und Regisseur Manuel Meimberg ganz wichtig: Die von Grundy Ufa produzierte „Pietshow“ ist keine Soap, sondern eine Serie mit einem Abschluss nach 15 Folgen. Bis dahin können die Mitglieder einer eigens geschaffenen StudiVZ-Gruppe jeden Dienstag und Freitag die neueste der vier- bis fünfminütigen Episoden abrufen.

Für die Internet-Community StudiVZ, die wie der Tagesspiegel zur Verlagsgruppe von Holtzbrinck gehört, ist die „Pietshow“ eine Premiere. Nach Aussage von StudiVZ-Sprecher Dirk Hensen geht es StudiVZ, wo derzeit 5,5 Millionen Mitglieder registriert sind, und MeinVZ, das 1,7 Millionen Nutzer zählt, mit der Serie nicht in erster Linie um Mitgliedergewinnung. „Wir hoffen, dass dadurch eine lebhafte Diskussion unter den Mitgliedern entsteht“, sagt StudiVZ-Mitgründer Michael Brehm. Die Diskussionen können sich einerseits direkt auf den Seiten der „Pietshow“-Gruppe selbst entwickeln. Gelegenheit dazu bieten andererseits aber auch die StudiVZ-Seiten der Serienfiguren Piet, Nick, Jessy und Melanie, die jetzt eingerichtet wurden.

Anlass zum Debattieren gibt es genug. Denn Autor Manuel Meimberg liebt das Spiel mit dem doppelten Boden. Im Verlauf der Serie entdecken Piet sowie die freiwilligen und unfreiwilligen Mitbewohner der Groß-WG, dass sie längst nicht so frei agieren können wie sie glauben. Ein entführter Drehbuchschreiber, mysteriöse Manuskriptseiten – in der „Pietshow“ geht nicht alles mit rechten Dingen zu. Man ahnt es bald: Die Mediensatire „Die Truman Show“ lässt grüßen.

Zu den Besonderheiten der „Pietshow“ gehört die klar umrissene Zielgruppe: „Bei StudiVZ und MeinVZ haben wir es mit nicht mehr ganz jungen Leuten zu tun, die sehr medienkritisch sind“, sagt Meimberg: „Die nehmen nicht alles hin, was man ihnen vorsetzt. Sie wollen bei den Themen ernst genommen werden“. Ob die „Pietshow“ nach 15 Folgen fortgesetzt wird, darüber entscheidet die Resonanz der VZ-Mitglieder. Kurt Sagatz

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