• Opposition sieht sich benachteiligt: Wer zum TV-Duell will, der muss auch zur TV-Debatte kommen

Opposition sieht sich benachteiligt : Wer zum TV-Duell will, der muss auch zur TV-Debatte kommen

Linke, Grüne und FDP fordern ARD und ZDF auf, CDU und SPD zur Teilnahme an der TV-Debatte vor der Bundestagswahl zu verpflichten

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Stimmt das? Wenn Angela Merkel und Martin Schulz zum TV-Duell gehen, dann gehen sie nicht zur TV-Debatte mit der Opposition?
Stimmt das? Wenn Angela Merkel und Martin Schulz zum TV-Duell gehen, dann gehen sie nicht zur TV-Debatte mit der Opposition?Foto: dpa

Die Oppositionsparteien im Deutschen Bundestag lassen nicht locker. In einem gemeinsamen Schreiben fordern die Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl, Dietmar Bartsch (Die Linke), Cem Özdemir (Die Grünen) und Christian Lindner (FDP), die Fernsehsender ARD, ZDF, RTL und ProSiebenSat 1 auf, eine TV-Debatte der Spitzenkandidaten aller Parteien sicherzustellen. Geplant haben ARD und ZDF diese TV-Debatte aller im Bundestag vertretenen Parteien für den 21. September. Auch AfD und FDP sind laut eines Schreibens der Chefredakteure von ARD und ZDF gebeten worden, den Termin für diese Sendung vorzumerken. Die endgültige Einladung für diese nicht im Parlament vertretenen Parteien solle Anfang September erfolgen, sofern sie in der Schlussphase des Wahlkampfs die Aussicht auf Einzug in den Deutschen Bundestag hätten.

Junktim zwischen TV-Duell und TV-Debatte

Bartsch, Özdemir und Lindner schreiben nun, "wir sind uns der Einladung zu einer Schlussrunde aller Spitzenkandidaten durchaus bewusst. Nur möchten wir in diesem Zusammenhang darauf hinweisen, dass diese Einladung bei uns auch in der Vergangenheit eingegangen ist und nie hat diese Schlussrunde tatsächlich stattgefunden. Bisher ist es Ihnen nicht ein einziges Mal gelungen, eine solche demokratische Debatte im deutschen Fernsehen zu gewährleisten." Was, ohne den Sendern taktische Ratschläge geben zu wollen, auch daran liege, dass es keinen Anreizpunkt für die Spitzenkandidaten der großen Parteien gebe, an dieser Runde teilzunehmen. "Sie haben ihnen mit dem Kanzlerduell jeweils 45 Minuten Redezeit und ungeteilte mediale Aufmerksamkeit bedingungslos zur Verfügung gestellt." Das TV-Duell zwischen Kanzlerin Angela Merkel und SPD-Konkurrent Martin Schulz ist für den 3. September angesetzt und wird vom Ersten, RTL, Sat 1 und ZDF übertragen.

Gegen dieses Kanzlerduell haben die Oppositionspolitiker nichts einzuwenden, fordern die Sender aber zugleich auf, eine TV-Debatte aller Spitzenkandidaten sicherzustellen. "Was das französische Fernsehen hinbekommt (auch sie haben ein Duell, aber zusätzlich Debatten mit allen Kandidaten), bekommen sie doch sicher auch hin", schließen Bartsch, Özdemir und Lindner ihren Brief.



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