Ost-West-Romanze : Leid und Liebe in Kleinruppin zu DDR-Zeiten

Besonders erfolgreich war "Kleinruppin forever" im Kino nicht. Und das, obwohl die Ost-West-Romanze 2004 gleich zwei angesagte Trends bediente: Ostalgie und 80er-Jahre-Feeling. Heute Abend bekommt der Film vorm TV-Publikum eine neue Chance.

Jan-Rüdiger Vogler

Die Geschichte ist zwar vorhersehbar, aber rührend. Der Held ist ein blasierter Upperclass-Jüngling namens Tim (Tobias Schenke), der im Bremen des Jahres 1985 einerseits Tennisturniersiege und hübsche Mädchen anzieht, andererseits aber auch unter einem lieblosen Adoptivvater zu leiden hat. Bei einem Ausflug in die DDR trifft er auf seinen Zwillingsbruder Ronnie, der ihn niederschlägt, um so in den Westen zu kommen – und Tim muss sich fortan im grauen Alltag von Kleinruppin durchschlagen. Erst die liebreizende Jana (Anna Brüggemann) macht seinen Alltag bunter.

Mit „Sonnenallee“ und „Good Bye, Lenin!“ ist der Film nur bedingt vergleichbar, denn in „Kleinruppin forever“ dient die DDR lediglich als Kulisse, die Stasi besteht aus einem Haufen dumpfer Trottel. Würden sie realistisch handeln, säße der Protagonist schon nach wenigen Minuten in Bautzen ein, und der Rest wäre Tristesse. So aber entwickelt sich ein romantisches Märchen, das nach 1980 Geborenen ein wenig Historie und heute 40-Jährigen etwas Wehmut vermittelt. Regisseur Carsten Fiebeler,1965 in Zwickau zur Welt gekommen, setzte es mit Klischees, aber nicht als Klamotte in Szene. Seine Botschaft: „Wenn du glücklich bist, ist es egal, wo!“ Jan-Rüdiger Vogler

„Kleinruppin forever“, 20 Uhr 15, Pro 7

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