Medien : Pay for Klinsmann

Bezahlsender Arena leistet sich illustren Experten

-

Endlich einmal wieder gute Schlagzeilen für den Pay-TV-Sender Arena: „Das Fußballcomeback des Jahres, Arena verpflichtet Jürgen Klinsmann exklusiv!“ Ein Angebot von Chelsea London, als Trainer zu arbeiten, hat Klinsmann vor kurzem angeblich noch ausgeschlagen, aber ein bislang quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit arbeitender TV-Sender konnte den „weltweit zu den begehrtesten Trainern und Sportstars“ zählenden Klinsmann verpflichten. Der ehemalige deutsche Nationaltrainer soll nach einem Jahr Fußballpause ab der nächsten Saison „exklusiv“ für Arena arbeiten, eine eigene Sendung im Umfeld von Topspielen der Bundesliga sowie internationalen Ligen erhalten. Ein erstaunlicher Coup, wenn man bedenkt, dass Klinsmann die Medienbranche stets kritisch beäugt und nicht nur einer der begehrtesten, sondern vertraglich auch einer versiertesten Fußballexperten ist. Arena hatte 2006, im ersten Jahr seines Bestehens, beim Vorsteuerergebnis einen Verlust in Höhe von 132,4 Millionen Euro eingefahren.

Der Pay-TV-Kanal zahlt als Partner der Deutschen Fußball-Liga (DFL) rund 220 Millionen Euro für die Bundesliga-Rechte pro Jahr. Erst vor ein paar Wochen hat sich der mit großer Brust startende Sender wegen zu geringer Abonnentenzahlen beim Konkurrenten Premiere und dessen Vermarktung über Kabel und Satelliten eingehängt. Das Kartellamt machte kartellrechtliche Bedenken gegenüber der Kooperation der beiden Bezahlfernsehsender geltend. Im schlimmsten Fall können alle Verträge für nichtig erklärt werden. Da kommt ein Zweijahresvertrag mit Klinsmann, wie teuer auch immer, gerade recht. Der Deal sieht den Heilsbringer des deutschen Fußballs als Testimonial in Werbung, Filmdrehs und PR-Auftritten vor.

Das Thema Geld sei bei der Vereinbarung nicht ausschlaggebend gewesen, sagt Arena-Sprecher Jörg Krause. Die Frage, ob sich das Abkommen refinanzieren lasse, stelle sich bei einem Namen wie Jürgen Klinsmann nicht. Dejan Jocic, Arena-Geschäftsführer, hält den Welt- und Europameister für „einen starken Partner, einen geradlinigen Vertreter des Weltsports. Sein positives Bekenntnis zum Fußball, die frische Philosophie, seinen Mut, neue Akzente zu setzen und dabei erfolgreich zu sein – das passt ausgezeichnet zu Arena.“ Fehlen nur noch Millionen Fußballfans, die dafür auch als Abonnenten Geld bezahlen wollen.meh

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben