Pay-TV : Murdoch darf BSkyB übernehmen

Keine Einwände der Aufsicht: Kritiker sorgen sich nun um die britische Medienvielfalt.

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Medienmogul Rupert Murdoch darf die 61 Prozent Anteile an seinem Pay-TV-Imperium BSkyB, die er noch nicht besitzt, ohne weitere Einwände der britischen Medienaufsicht übernehmen. Das teilte der britische Kultusminister Jeremy Hunt am Donnerstag mit. Einigen sich Murdoch und seine Mitaktionäre auf den Preis, wird er über seine Holding News Corp. die Alleinkontrolle über den 8,5 Milliarden Pfund schweren TV-Giganten erhalten.

Murdochs Griff nach dem von ihm gegründeten Pay-TV-Imperium hatte bei Politikern und Konkurrenten heftigen Widerstand ausgelöst. Sie sind um die Meinungsvielfalt besorgt, denn Murdoch hat mit Blättern wie „The Times“, „The Sun“ und „News of the World“ bereits den größten Anteil am britischen Zeitungsmarkt, mit der Übernahme von BSkyB würde er dazu den stärksten kommerziellen Fernsehsender in England kontrollieren.

Um die Kritiker zu beruhigen, wurde deshalb der Nachrichtensender Sky News von der Übernahme ausgenommen. Hier bleibt Murdochs Anteil auf 39 Prozent beschränkt, Sky News muss einen unabhängigen Vorsitzenden haben und Murdoch die Finanzierung des defizitären Senders für zehn Jahre sichern. „Reine Augenwischerei“, kommentierte der Sprecher der Vereinigung Media Alliance, in der Murdochs Konkurrenten wie die Zeitungsgruppen Guardian, Telegraph, Mirror zusammengeschlossen sind, dieses Zugeständnis. Die Konkurrenten hoffen, das Abkommen mit einem Einspruch verhindern zu können. Dabei fürchten sie weniger den redaktionellen Einfluss Murdochs, sondern seine wachsende Finanzkraft. Er könnte den gesamten Medienmarkt durch Quersubventionen, Angebots- oder Anzeigenpakete kontrollieren.

Diese Gefahr sieht auch die britische Medienaufsicht Ofcom, die den Minister beriet. Sie soll aber künftig den Verkauf von Objekten proaktiv erzwingen können, wenn sie Gefahr für die Medienvielfalt sieht. Matthias Thibaut

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