PC-Spiele : Es gibt Alternativen zur Gewalt

Die Diskussion um gewalttätige Spiele scheint dem Wachstum der Branche nicht zu schaden. Auf der Games Convention in Leipzig, der größten Computer- und Videospielmesse in Europa, sind mehr Aussteller vertreten als im Vorjahr.

Kurt Sagatz

Die Diskussion um Gewalt in Computer- und Videospielen schadet dem Ansehen der Branche offensichtlich weniger stark als die Debatte vermuten lässt. So wächst die Zahl der Aussteller auf Europas größter Messe dieser Art – der Games Convention in Leipzig – nach Angaben von Messechef Josef Rahmen in diesem Jahr um sechs Prozent auf 390 und auch die vermietete Nettofläche legt um einen vergleichbaren Wert zu. Zudem liegt das Spielethema beim Publikum weiterhin im Trend: Für die vier Messetage vom 23. bis zum 26. August erwartet Rahmen bis zu 200.000 Besucher (Vorjahr: 170.000).

Das weiter wachsende Interesse hängt nach Einschätzung des Bundesverbandes für Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) damit zusammen, dass in diesem Jahr alle neuen Konsolen der nächsten Generation wie die Xbox 360 von Microsoft, die Wii von Nintendo und die Playstation 3 von Sony miteinander verglichen werden können. Weitere Gründe sind neue Spielekonzepte für Gelegenheitsspieler, weibliche Spieler oder ältere Menschen. „Gewalt in Spielen ist in immer mehr Titeln zudem nur eine Option von vielen“, meint der Leipziger Medienwissenschaftler Hartmut Warkus. So gebe es zwar in dem Aufbau- und Strategiespiel „Anno 1701“, das nun auch unterwegs mit Geräten wie dem Gameboy-Nachfolger Nintendo DS gespielt werden kann, immer auch Kriege, aber genauso Möglichkeiten, diese zu umgehen. „Die Branche der Computer- und Videospiele versucht zurzeit mit Macht, aus der Gewaltecke herauszukommen“, so Warkus.

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