Medien : Percy Stuart

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So wie dieser „Percy Stuart“ (Claus Wilcke), so wollte ich damals, Ende der 60er Jahre, auch werden, wenn ich nicht gerade damit beschäftigt war, dem „Rifleman“ oder „Daktari“ nachzueifern. Und aus heutiger Sicht erscheint es mir mehr denn je als eine durchaus annehmbare Alternative, ähnlich dem Weltenbummler und Tausendsassa Percy den Globus unsicher zu machen. Denn das war eigentlich seine Hauptbeschäftigung in dieser Serie. Der smarte Playboy war „der Mann, der alles kann“, wie es im von Wilcke gesungenen Titelsong hieß. Und natürlich kannte dieser „Mann mit tausend Träumen“ auch noch die exotischsten Ecken dieses Planeten. Orte, wie Mauritius oder Vera Cruz, die in unserem Heimatunterricht nicht vorkamen.

An diesen mysteriösen Orten wartete dann selbstverständlich „im schönsten Moment die größte Gefahr“, aber „in neunundneunzig Prozent auch ein Happy End“. Da konnte man schon neidisch werden. Dass Percy zudem bei den Frauen einen großen Schlag hatte, war mir damals dagegen noch relativ gleichgültig, Mädchen waren ja bekanntlich in erster Linie doof.

Den ganzen Aufwand betrieb unser Sunnyboy übrigens nur, um die Aufnahme in den erlauchten „Club der 13“ zu erlangen. So einfach aber war die nicht zu bekommen, denn die spleenigen Mitglieder dieses typisch britischen Vereins verlangten die Erfüllung von 13 absonderlichen und natürlich gefährlichen Prüfungen, die Percy unter der Aufsicht von Mr. Reginald Prewster (Horst Keitel) ablegen musste. Das machte er so gut, dass selbst das ZDF vom Erfolg der Serie überrascht wurde, die sich schon bald zum Straßenfeger entwickelte und bis zu 54 Prozent Zuschauerbeteiligung erzielte. Also entschloss sich der Sender kurzerhand, Percy die Aufnahme in den Club zu verweigern und schickte ihn zu meiner großen Freude weitere 39 Mal auf die Reise in unbekannte Gefilde. Und im Laufe der Jahre konnte ich dann schließlich sogar Percys Begeisterung für das weibliche Geschlecht nachvollziehen. Andreas Kötter

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