PILAWA & HUNZIKER : Das ZDF in der Po-Ebene

Joachim Huber

Es soll viele dramatische Nachsitzungen gebraucht haben, dann aber war Jörg Pilawa, Deutschlands viertbeliebtester Showmoderator, für das ZDF gewonnen. Bei Michelle Hunziker, „Italiens schönstem Po“, ging es nur wenig schneller, bis das Anti-Aging-Programm für Thomas Gottschalk, Deutschlands zweitbeliebtesten Showmoderator, vereinbart war. Mehr hat das ZDF 2009 nicht zustande gebracht, Elke Heidenreich war ja schon 2008 gegangen worden. Das Zweite folgt in seiner Unterhaltung, die das Programm prägen und die dicken Quoten holen soll, dem Weg des Silvio Berlusconi. Der Medienzar und Ministerpräsident will Fernsehen vom Feinsten, sprich Italiens schönste Pos im Programm, die auch in den Parlamenten Europas und Italiens zu sitzen kommen sollen. Das will das ZDF nicht. Es will nur einen Po und einen Pilawa, und beide sollen nur vor der Kamera zu sitzen kommen.

Zur Zukunft des Zweiten Deutschen Fernsehens gehört, dass Chefredakteur Nikolaus Brender keine Vertragsverlängerung erhalten wird. Der muss seinen Stuhl räumen, das hat die konservative Mehrheit im Verwaltungsrat so beschlossen. Und weil diese Fraktion um ihren Anführer, Hessens Ministerpräsident Roland Koch, die nächsten Wahlen unbeschadet überstehen wird, darf sich Programmdirektor Thomas Bellut auf die Nachfolge von Markus Schächter als ZDF-Intendant freuen. Bellut steht für Hunziker und Pilawa, Schächter für das Ende der Chefredaktion Brender.

Hurra, das ZDF hat eine Zukunft. Der Sender verzwergt sich. Mainzelmännchen wollen nicht wachsen.

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