Medien : Plasberg und Will: Doppelt hält besser

Keine Frage, das Thema der Woche wollten sich weder Anne Will noch Frank Plasberg entgehen lassen – und so wird in beiden Polittalks der ARD über Jugendkriminalität diskutiert. Nachdem Will am Sonntagabend unter dem Titel „Drillen, einsperren, abschieben: Mit Härte gegen Jugendgewalt“ den Anfang machte, heißt es heute Abend um 21 Uhr 45 bei Plasbergs „Hart, aber fair“ „Jung, brutal und nicht von hier – Was ist dran am Streit um Ausländergewalt?“. Damit wird das Thema nach Ansicht von WDR-Chefredakteur Jörg Schönenborn aber nicht doppelt behandelt, sondern fortgeschrieben. Wenn ein Thema so dominant sei wie zurzeit Jugendgewalt, werde es solche Konstellationen immer wieder geben. „Aber beide Moderatoren unterscheiden sich in ihrem Stil so deutlich, dass die Zuschauer niemals das Gefühl haben werden, zweimal die gleiche Diskussion erlebt zu haben“, sagte Schönenborn.

Tatsächlich ging Will das Thema am Sonntag mit Gästen wie Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) eher gemäßigt an, während bei Plasberg heute heftig gestritten werden dürfte – auch, weil bei ihm mit Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) und Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) eine spannende Paarung aufeinandertrifft. Will hatte ebenfalls Koch eingeladen, zog aber augenscheinlich den Kürzeren. „Sicher befinden sich beide Sendungen in einem internen Wettbewerb um die Gäste“, sagte Schönenborn. Eine engere Abstimmung zwischen beiden Redaktionen sei künftig nicht nötig. Schon jetzt würden sich die Teams von „Anne Will“ und „Hart, aber fair“ regelmäßig austauschen. Der Wettkampf um die beste Sendung zum Thema der Woche wird bleiben – gut für die Zuschauer. sop

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