Pleiten, Pech und Google : Achtung, böse Seite!

Google sperrt wegen einer Panne das gesamte Internet.

Kurt Sagatz

Sogar Google selbst gehörte am Sonnabendnachmittag plötzlich zum Reich des Bösen. Egal, welche Seite man über die bedeutendste Suchmaschine des Internets finden wollte, immer lautete die Google-Antwort: „Diese Webseite kann Ihren Computer beschädigen.“ Wo sich sonst der Internetverweis zu der gesuchten Seite befindet, wurden die Internetnutzer von 15 Uhr 30 bis 16 Uhr 25 weltweit nur zu einer Warnungsseite mit weiterführenden Hilfetexten von Google weitergeleitet. „Was ist passiert? Ganz einfach, ein menschlicher Fehler“, räumte Google am Sonnabendabend ein und entschuldigte sich „für die entstandenen Unannehmlichkeiten“.

Um zu verhindern, das Internetnutzer unwissentlich von Google auf virenverseuchte Webseiten geführt werden, arbeitet das Unternehmen mit der Non-Profit-Organisation Stopbadware.org zusammen. Die Organisation versorgt Google mit Informationen über aktuell gefährliche Seiten, die dann in eine Google-Liste einfließen.

An diesem Sonnabend jedoch meinte es Google zu gut. Die Liste der gefährlichen Seite wurde unter anderem um einen Eintrag erweitert, der aus dem Schrägstrich „/“ bestand – und damit die Gesamtheit aller Internetseiten einschloss. „Wir werden den Vorfall genau untersuchen und mit einem robusteren Verfahren zum Überprüfen der Liste verhindern, dass dies noch einmal passiert“, heißt es dazu in der Google-Erklärung.

Der Warnhinweis selbst sollte unter normalen Umständen durchaus beherzigt werden. Google stellt ihn immer dann zum Suchergebnis, wenn beim Besuch der gefundenen Seite aller Wahrscheinlichkeit nach im Hintergrund bösartiger Computercode – sogenannte Malware – geladen wird. Solche versteckten Angriffe werden von den Herstellern von Anti-Viren-Programmen als Drive-by-Attacken bezeichnet. Ohne dass der Nutzer es bemerkt, wird bei dem Besuch einer verseuchten Seite ein Programm auf dem Rechner installiert, mit dem zum Beispiel Passworteingaben oder Kreditkartenangaben mitgeschrieben und an den Virenautoren geschickt werden können.

Welche Auswirkungen die Google-Panne auf den Internetverkehr am Wochenende und auf den Online-Handel hatte, ist noch nicht abzusehen. Google selbst spielt die Sperrung herunter: „Wir konnten den Fehler schnell erkennen und beheben, die Google-Suche läuft seitdem wieder in gewohnter Qualität“, erklärte Google-Deutschland-Sprecher Kay Oberbeck. Kurt Sagatz

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