Medien : Pocket PC: Der Lara-Croft-Effekt

Kurt Sagatz

Jeder hat eine Vorstellung davon, wie ein PC aussieht. So wie ein normaler Desktop-PC halt, mit grau-beigem Gehäuse, oder wie einer der schicken Laptops. Oder, und da wird es dann "persönlich", klein, silbrig, ultraleicht und äußerst kompakt - wie ein Pocket PC. So wie das Handy mit seiner ständigen Verfügbarkeit erst jene Form der individuellen Kommunikation ermöglichte, auf die heute kaum noch jemand verzichten will, so soll der allzeit verfügbare Pocket PC eine ganz neue Ära des Personal Computings einläuten.

Bis vor nicht allzu langer Zeit galten die kleinen Handheld-Computer als besserer Notizbuch- oder Kalender-Ersatz. Vielleicht noch unterwegs eine E-Mail abrufen, doch damit war dann auch schon Schluss. Mit den neuen Pocket PCs 2002 soll sich das nun ändern: "Audio, Video, Entertainment, Telefongespräche, das Bearbeiten von Dokumenten aller Art und geniale Spiele" erlauben die neuen Geräte, schwärmte der per Video eingebeamte Microsoft-Chef Steve Ballmer am Donnerstagabend beim europäischen Launch der neuen mit Windows betriebenen Gerätegeneration in London, mit der Microsoft den Erzrivalen Palm nun endgültig das Fürchten lehren will. Und damit möglichst viele Palm-Nutzer künftig auf die Windows-Rechner umsteigen, erkennen die Pocket PCs nun auch die "Graffiti"-Kurzschrift des Konkurrenten.

Die Leistung der neuen Pocket PCs 2002 ist atemberaubend. Die Kleinstcomputer von Hewlett-Packard, Compaq, Toshiba oder Casio stellen manchen älteren Desktop-Rechner in den Schatten. Doch vor allem die neuen Funktechnologien wie Bluetooth oder GPRS machen die PC-Winzlinge sowohl für professionelle Nutzer als auch Privatleute so attraktiv. Über drahtlose Firmennetze oder die Mobilfunk-Provider - immer soll der Pocket-PC-Nutzer in Verbindung zu den weltweiten Netze bleiben, um mal rasch einen Blick auf einen Online-Stadtplan zu werfen, letzte Termine mit der Firma abzugleichen, einen Internet-Radio-Sender abzuhören oder sich die aktuellen Musikcharts auf den Mini-PC zu laden. Selbst Spiele lassen sich über die schnellen Funkverbindungen in kürzester Zeit herunterladen, zum Beispiel Lara Crofts "Tomb Raider". Dabei sind "die Pocket PCs so schnell wie die Playstation I ", freut sich Eidos-Kooperationspartner Adrian Sack von Ideaworks3D.

Der Funktionsumfang und die hohe Leistung haben jedoch ihren Preis. Von 1000 Mark aufwärts kostet das mobile Vergnügen für die mit Farbdisplays ausgestatteten Pocket PCs der neuesten Generation. Und wer an dem Spitzenmodell von Compaq, dem neuen iPaq H3800 mit integrierter Bluetooth-Schnittstelle interessiert ist, muss noch etwas mehr hinblättern. Dafür weiß der Käufer dann, wie er sich in Zukunft einen PC vorstellen darf.

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