Polit-Talk : Wechselfieber bei „Anne Will“

TV-Talkerin Anne Will wechselt nach einem halben Jahr die Redaktionsleitung für ihre ARD-Sendung "Anne Will" aus. Die Nachfolge von Cathrin Kahlweit wird der RBB-Journalist Andreas Schneider ("Klipp und Klar") antreten.

Joachim Huber
Anne Will
Bringt eine neue Redaktionsleitung der Sendung von Anne Will bessere Quoten? -Foto: ddp

Ernste Krise wäre übertrieben, Unruhe, Unzufriedenheit passen besser. Bei „Anne Will“, der politisch gemeinten Talkshow in der ARD am Sonntag, geht Redaktionsleiterin Cathrin Kahlweit nach nur einem halben Jahr. Die Journalistin kam von der „Süddeutschen Zeitung“ zur Produktionsfirma Will Media, zur „SZ“ wird sie zum 1. April zurückkehren. Aus der Redaktion von „Anne Will“ ist zu hören, dass die „Chemie“ zwischen der Moderatorin und der Redaktionsleiterin nicht gestimmt habe, insbesondere, was die Wahl der Talkthemen angeht. Bei jeder Talkshow ist der Redaktionsleiter das „Hirn“ der Sendung.

„Anne Will“ hatte auf dem Sendeplatz von „Sabine Christiansen“ einen sehr guten Start erwischt, mittlerweile pendelt die Quote auf dem Niveau der Vorgängersendung. Nach ARD-Angaben hat „Anne Will“ seit dem Start am 16. September 2007 eine durchschnittliche Zuschauerzahl von 3,99 Millionen erreicht (Marktanteil: 13,6 Prozent). Für die ARD keineswegs unerfreulich, für Anne Will aber ein Grund zum Nachdenken: Frank Plasberg ist mit „Hart aber fair“, mittwochs im Ersten, im Steigflug. Seit der Premiere am 24. Oktober haben im Schnitt 3,39 Millionen eingeschaltet (Marktanteil: 12,9 Prozent). Im öffentlichen Nachhall hat sich „Hart aber fair“ vor „Anne Will“ geschoben.

Jetzt kommt Andreas Schneider als neuer Redaktionsleiter zu Will Media. Beim RBB moderiert der Journalist bisher den politischen Talk „Klipp und klar“. Will und Schneider kennen sich aus gemeinsamen SFB-Tagen. Von 1993 bis 2001 gaben sie die Doppelmoderation bei „Mal ehrlich“. Schneiders Nachfolge ist noch offen.

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