Medien : Politik & Kommunikation

Debatte um Rau-Nachfolge: Experte warnt vor Instrumentalisierung

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Die Suche nach einem Kandidaten für das Bundespräsidentenamt ist nach Ansicht des Medienwissenschaftlers Siegfried Weischenberg ein gutes Beispiel für das Zusammenspiel von Politik und Medien. „Die etwa zwei Dutzend Namen, die genannt wurden, liefen alle über die Medien.“ So werde die Akzeptanz eines Kandidaten getestet, bevor er offiziell in den politischen Prozess eingeführt werde. Wenn etwa die CDUPolitiker Friedrich Merz oder Roland Koch den Namen Wolfgang Schäuble vor der Kamera hervorhoben, sei dies bereits Teil der innerparteilichen Auseinandersetzung gewesen. „Viele Politiker denken vor der Kamera gar nicht an das Fernsehpublikum, sondern kommunizieren ganz bewusst mit anderen Politikern.“ In der Mediendemokratie sei zwar nichts ohne die Medien möglich, andererseits würden die Medien aber auch von der Politik benutzt. „Die Medien müssen noch mehr als bisher aufpassen, dass sie nicht instrumentalisiert werden“, sagte Weischenberg, der an der Hamburger Universität Professor für Journalistik und Kommunikationswissenschaft ist. „Nicht jede Sau, die in den letzten Wochen durchs Dorf getrieben wurde, ist von den Medien selbst gekommen.“ dpa

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