Medien : "Polizeiruf 110": Ein Mann ist erschüttert

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Ein Arbeitsloser verschwindet. Spätestens, als sich herausstellt, dass der Vermisste als Schlepper arbeitete, ist klar, dass es sich beim "Polizeiruf 110" (ARD, 20 Uhr 15) mal wieder nicht um einen Routinefall handelt. Menschenschmuggel ist der Hintergrund für den ganz persönlichen Super-GAU, den Kommissar Tauber (Edgar Selge) erleben muss. Tauber widerfährt das, was beruflich etablierte Männer am meisten fürchten: Ihm wird eine Frau zur Seite gestellt. Diesmal nicht, wie bei Vorgängerin Gaby Dohm, eine Polizeipsychologin, die hin und wieder ihre Apropos einwerfen durfte, sondern eine gleichberechtigte Kollegin. Der Schock sitzt tief, der Kleinkrieg beginnt. Michaela May ist die Neue mit dem wunderbaren Namen Jo Obermaier, eine Urbayerin mit türkischem Ehemann, ein Kraftweib, chaotisch, energisch, gut. Obwohl sie wesentlich bodenständiger ist als ihre süßliche Vorgängerin, ist auch Jo Obermaier dafür zuständig, sich über die rüden Verhör-Methoden Taubers zu echauffieren und hin und wieder ganz intuitiv vorzugehen. Doch sie darf auch hart sein im Kampf mit dem Kotzbrocken und den Fakten-Spezialisten auf den Boden der Tatsachen zurückholen, als der in die Fänge der afrikanischen Magie zu geraten droht. Der Fall selbst ist reichlich verwirrend, die lückenhaften Erzählstränge werden zugekleistert mit Ethno-Klimbim.

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