Medien : "Polizeiruf 110": "Kurschatten" in Bad Kösen

Kerstin Decker

Es gibt einen Erpresser in Bad Kösen. Der verschickt In-flagranti-Videos von Kurgästen und ihren Schatten an daheim gebliebene Ehefrauen und Ehemänner. Kommissar Schmücke (Jaecki Schwarz) ist alarmiert. Er fährt nach Bad Kösen - zur Kur. Undercover-Ermittlung, sagt er. Ein möglicher Schatten - Lehrerin - begrüßt ihn hinter einer Faunsstatue mit den Worten: "Ach, Sie interessieren sich auch für Kunst?" Später zeigt Schmücke der Lehrerin auf dem Zimmer seine Briefmarkensammlung. Der Krimi wird alles versuchen, diesen Spannungsbogen zu halten. Der "Polizeiruf 110" zum 30. Geburtstag der Fernsehreihe heißt "Kurschatten" (20 Uhr 15, ARD).

"Polizeiruf"-Fundamentalisten werden gewiss bestreiten, dass es sich bei dieser Geburtstagstorte überhaupt um einen "Polizeiruf" handelt. Der klassische "Polizeiruf" war kein Ermittlungskrimi. Dieser ist nichts anderes. Widerspiegelung sozialer Konflikte? Null Prozent, wenn man nicht gesonnen ist, die Schwierigkeiten eines Zeitgenossen, mit einer Million pro Jahr sinnvoll zu existieren, für einen solchen zu halten. "Kurschatten" ist eine Fernseh-Sahnetorte. Woran sich keiner verschluckt. Und so viele Kerzen stecken in diesem Kuchen! 19 ehemalige und gegenwärtige Ermittler sind die Kurgäste, und Günter Naumann, der frühere Hauptkommissar Beck, ist der Kurdirektor. Am nächsten Sonntag wiederholt die ARD "Das Treibhaus" mit Günter Naumann. Es war der erste "Polizeiruf 110", den die ARD 1991 im Ersten Programm sendete.

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