Polylux : Der Zukunft zugewandt

„Polylux“ ist aus, Kobalt Productions arbeitet weiter. Die Auftragslage sei für das nächste halbe Jahr ausreichend.

Joachim Huber

Berlin„Polylux“ hat am Donnerstag fertig. Letzte Ausgabe des Trendmagazins, das 1997 im Dritten Programm des damaligen ORB gestartet und 2001 in die ARD gewechselt war. „Für uns und für viele Zuschauer geht mit ,Polylux’ eine Ära zu Ende“, sagt Produzentin und Moderatorin Tita von Hardenberg. „Wir sind traurig, dass es nun vorbei ist. Aber auch stolz, dass wir mit einem so unkonventionellen Format so lange on air waren.“ Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) setzt die Sendung im Zuge von Sparmaßnahmen ab, weil in der Gebührenperiode von 2009 bis 2012 ein Gebührenminus von 54 Millionen Euro ausgeglichen werden muss.

Von Hardenberg sagt, mit den 550 Sendungen „Polylux“ sei eine Spielfläche, eine Plattform für Menschen geschaffen worden, die sonst nicht ins Fernsehen kommen können oder nicht unbedingt kommen wollen. Die Gruppe „Seed“, der Trompeter Til Brönner, bei „Polylux“ waren sie, bevor sie berühmt wurden, dann die Debatte um die Droge „Spice“, die Asexuellen – Tita von Hardenberg hält der Redaktion und sich zugute, ein Gespür für spezielle gesellschaftliche Nischen, Zugänge in die Off-Off-Off-Szenen, meinetwegen auch in die Dunkelkammern deutscher Jugendwelten gefunden zu haben.

Vorbei. „Jetzt sind wir erst mal alle müde“, sagt von Hardenberg. Hilft nix, die Firma, die als TV-Volldienstleister bis hin zu Kamera und Schnitt in Berlin arbeitet, braucht eine Zukunft. Die Kobalt Productions GmbH hat 36 festangestellte Mitarbeiter. Für das nächste halbe Jahr sei die Auftragslage ausreichend, sagt die Chefin, die allerdings zusehen muss, dass die weitere Akquise klappt und die Truppe mit dem „Polylux“-Sound gehalten werden kann. Am gar nicht so fernen Horizont leuchtet ein fifty-fifty-sicherer Auftrag eines öffentlich-rechtlichen Senders. Ein journalistisch grundiertes Wochenformat für die jüngere Zielgruppe soll es werden, im Witz und in der visuellen Gestaltung dem „Polylux“-Auftritt nicht unähnlich. Start könnte September 2009 sein.

Zukunftsmusik. Jetzt wird erst mal in der Nacht von Donnerstag auf Freitag um 0 Uhr 15 von „Polylux“ Abschied genommen. Unter dem Motto „Wie hat ,Polylux’ mein Leben verändert?“ kommentieren Prominente Ausschnitte aus zwölf Jahren, darunter Politikerin Renate Künast, Entertainerin Desirée Nick und Schauspieler Clemens Schick. Auf der Internetseite Polylog.tv können die Zuschauer noch bis zum 18. Dezember für ihren Lieblingsbeitrag stimmen. Er soll in der allerletzten Sendung gezeigt werden.

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