"Popetown"-Werbung : CSU-Fraktionschef zeigt MTV an

Der Landtagsfraktionschef der CSU, Joachim Herrmann, hat wegen der Werbung für die satirische Zeichentrickserie "Popetown" Strafanzeige gegen den Musiksender MTV gestellt.

München/Bonn - Damit werde der christliche Glaube beschimpft, sagte Herrmann am Dienstag in München. Die Werbung sei «völlig indiskutabel» und zeuge von mangelndem Respekt vor religiösen Überzeugungen.

Scharfe Kritik an der TV-Serie, die ab 3. Mai ausgestrahlt werden soll, übte der vom Vatikan gemaßregelte brasilianische Befreiungstheologe Leonardo Boff (67). «Ich denke, solche Phänomene zeigen, wie weit der Verfall der westlichen Kultur bereits fortgeschritten ist», sagte Boff am Dienstag in einem Interview der Deutschen Welle DW-World.de. Die Gesellschaft müsse Selbstkritik üben und sich fragen, wo die Grenzen seien. «Wenn diese Grenzen überschritten werden, sind wir nah dran am Bruch des sozialen Zusammenhangs», sagte Boff.

Die MTV-Serie «Popetown» hatte bei der katholischen Kirche für Empörung gesorgt. Das Erzbistum München und Freising leitete rechtliche Schritte gegen den Musiksender ein. In der vergangenen Woche hatte Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) eine Gesetzesinitiative angekündigt, mit der das Verhöhnen religiöser Symbole schneller als bisher unter Strafe gestellt werden soll. (tso/dpa)

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