Porträt : Dominik Graf, privat und bei der Arbeit

Am Dienstag startet das neueste Werk von Dominik Graf im Fernsehen. Arte widmet dem Ausnahme-Regisseur ein Porträt.

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Foto: ZDF
Foto: ZDFFoto: © Felix von Boehm

Die Kamera begleitet Dominik Graf, wie er um sein früheres Internat im bayerischen Chiemgau läuft. Im Winter, alles ist verschneit. Dieses monströse Gebäude mutet wie eine Trutzburg an. Überall ist das Gezeter der Krähen und Raben zu hören. Da schwingt etwas mit, was zu den überraschenden Momenten dieser ersten Dokumentation über Dominik Graf zählt. Etwas, das den Münchner Regisseur die ganze Zeit über zu begleiten scheint. Nicht selten verwendet Graf in diesem Film von Felix von Boehm das Wort „Angst“. Er beschreibt sich als „feige“, „ohne Mut“.

Betrachtet man die Filme von Dominik Graf, so mag dies verwundern. Nicht zuletzt seine jüngste Arbeit, der Zehnteiler „Im Angesicht des Verbrechens“, dessen Dreharbeiten und Postproduktion hier auch dokumentiert werden, spielt im kriminellen Milieu. In der Doku nun kommen Grafs Lebensgefährtin, die Regisseurin Caroline Link, sowie die Schauspieler Max Riemelt und Misel Maticevic zu Wort. Ausschnitte aus Grafs Dokumentarfilmen wie den über seinen früh verstorbenen Vater, den Schauspieler Robert Graf, geben weiteren Einblick in Privates.

Die beiden Fälle, die Graf für den Münchner „Polizeiruf 110“ inszeniert hat, „Der scharlachrote Engel“ (2005) und „Er sollte tot…“ (2006), sind Höhepunkte dieser Reihe. Dass Graf mit seinen Kinoarbeiten nicht immer die gleiche Qualität erreichen konnte, das gehört zu seiner Filmographie dazu. Zu Dominik Graf, dem Kämpfer, dem Unbequemen, der die deutsche Fernsehfiktion weiter maßgeblich prägen wird. Thilo Wydra

„Mein Leben – Dominik Graf“, Arte, um 17 Uhr

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