Porträt : Kohl-Sohn empört über Kohl-Film

Wie die Rolle seiner Mutter gezeigt werde, das sei "lächerlich und respektlos". Die ZDF-Produktion über den früheren Bundeskanzler soll am Dienstag ausgestrahlt werden.

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Thomas Thieme als Helmut Kohl. -Foto: ddp

Helmut Kohls älterer Sohn Walter hat das ZDF-Porträt „Der Mann aus der Pfalz“ kritisiert. Das Leben seiner Eltern sei verzerrt dargestellt, sagte der Sohn des früheren Bundeskanzlers und dessen 2001 verstorbener Frau Hannelore dem „Focus“. Er sei empört darüber, wie die Rolle seiner Mutter gezeigt werde. „Das ist lächerlich und respektlos.“ Sie sei stets „eine wichtige, zentrale Ratgeberin“ seines Vaters gewesen, der Film werte sie jedoch „zur Randfigur herab“. Das ZDF sendet den Beitrag am Dienstag um 20 Uhr 15.

Seine Mutter habe nicht wie im Film dargestellt enttäuscht reagiert, als ihr Mann über die Wiedervereinigung hinaus Kanzler bleiben wollte, erklärte der 46-Jährige. Sie habe seinen Vater vielmehr „massiv darin bestärkt, den Weg zur Wiedervereinigung konsequent zu gehen“. Auch sein Vater habe eine würdigere Rolle verdient. Er sei „nie der entrückte Technokrat der Macht“ gewesen, als den ihn die Zuschauer zu sehen bekämen. Mit seiner Kritik spreche er auch für seinen jüngeren Bruder Peter. Die ZDF-Produktion beschreibt die politische Karriere Helmut Kohls als Jungpolitiker von 1947 bis 1969 sowie als Kanzler in der Zeit der deutsch-deutschen Wende im Herbst 1989. Den älteren Kohl auf dem Höhepunkt seiner Macht spielt Thomas Thieme, der jüngere wird von Stephan Grossmann verkörpert. Wie nahe Kohl seiner langjährigen Sekretärin stand, wird im Film ebenso wenig erläutert wie die Hintergründe rund um die Parteispendenaffäre. Regisseur Thomas Schadt und Filmproduzent Nico Hoffmann hatten im Jahr 2006 insgesamt rund 30 Stunden Gespräche mit dem heute 79-jährigen Ex-Kanzler geführt. Kohl wollte aber nicht, dass die Passagen in den Film eingebaut werden. Die Interviewszenen sollen nun voraussichtlich um Kohls 80. Geburtstag im April 2010 herum im ZDF ausgestrahlt werden. (dpa/Tsp)

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