Medien : Positiv

Holtzbrinck 2002 mit Gewinn Ausbau des Zeitungsbereichs

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Die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck erwartet für das Kalenderjahr 2002 einen operativen Gewinn im hohen zweistelligen Millionenbereich. Verleger Stefan von Holtzbrinck nannte das Ergebnis 2002 gegenüber dem Vorjahr „deutlich verbessert“, im Ausland werde sogar mit einem Rekordergebnis abgeschlossen. Laut einer Mitteilung vom Montag konnte der „ausgezeichnete Geschäftsverlauf bei den Auslandsverlagen mit hohen Wachstumsraten in den USA, Großbritannien, Australien, Mexiko und Indien die Rückgänge im deutschen Anzeigenmarkt ausgleichen“. Die Auslandsverlage machten etwa 45 Prozent des Gesamtumsatzes von 2,2 Milliarden Euro aus. Die Regionalzeitungen hätten trotz schwacher Anzeigenkonjunktur zufriedenstellende Ergebnisse erwirtschaftet, „und auch die Verlagsgruppe Handelsblatt erwartet nach schmerzlichen Kostensenkungsmaßnahmen wieder ein deutlich positives Ergebnis in 2003.“ Wie es weiter hieß, konnten die deutschsprachigen Buchverlage in einem schwierigen Marktumfeld ihre Position festigen und ihre Aktivitäten durch eine Beteiligung am Hörverlag abrunden.

Zur zukünftigen Wachstumsstrategie der Verlagsgruppe wurde mitgeteilt, dass das Zeitungs und das Wirtschaftsinformationsgeschäft ebenso ausgebaut werden sollen wie die internationalen Verlage. „Im Einklang mit dieser Strategie wird sich die Verlagsgruppe von ihren deutschsprachigen Bildungs- und Wissenschaftsverlagen trennen.“ Zu diesen Verlagen gehören Das Bildungshaus (Diesterweg, Schrödel), die Verlage Urban & Fischer sowie Spektrum Akademischer Verlag. Vorbehaltlich der Genehmigung des Bundeskartellamtes solle Das Bildungshaus rückwirkend zum 31. Oktober 2002 an die zur Medien Union GmbH gehörende Schulbuch-Gruppe übertragen werden. Zum Verkauf der Verlage Urban & Fischer sowie Spektrum Akademischer Verlag fänden erste Gespräche statt.

Auslandsaktivitäten, deutschsprachiger Zeitungsbereich, belletristische Buchverlage – hier sieht Verleger Stefan von Holtzbrinck die Schwerpunkte der künftigen Unternehmens-Strategie. „Das breite Portfolio wird stärker fokussiert, um neue, größere Engagements solide finanzieren zu können“, sagte der Verleger. Dies geschehe nun mit den genannten Veräußerungen, „mit denen wir unser Engagement im Bildungs- und Wissenschaftsbereich auf die internationalen, englischsprachigen Märkte konzentrieren“. Die Trennung von den erfolgreichen Tochterunternehmen falle schwer: „Um so mehr haben wir berücksichtigt und werden wir berücksichtigen, dass die Verlagshäuser mit den neuen Eigentümern die größten Entwicklungschancen erhalten und unternehmerische Werte gewahrt bleiben.“ jbh

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