Medien : Power für Kinder, gegen Neonazis

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Frau Mendelsohn, worüber haben Sie sich in dieser Woche am meisten geärgert?

Nach der dämlichen Eva-(Herman)-Aufregung erklärte bei „Kerner“ Bernhard Bueb, pensionierter Leiter des Elite-Internats Salem, was uns Deutschen bei unseren Kindern abgeht: Autorität, Macht und Strafen. Da könne man von den Engländern lernen. In England sei „Power“ in den Schulen noch ein Begriff. Das kann ich als in London lebende Mutter nur bestätigen: „Power“, also Strom, fällt in englischen Schulen öfter aus. Der Schulleiter meines Sohnes begrüßt übrigens jedes Kind morgens per Handschlag.

Gab es auch etwas, worüber Sie sich freuen konnten?

Noel Martin wiederzusehen: bei Maischberger. Vor zehn Jahren habe ich beim damaligen ORB meine erste Reportage über das brandenburgische Mahlow und den rechtsradikalen Anschlag auf den schwarzen Bauarbeiter Noel Martin gedreht. Nun antwortete er im Rollstuhl, vom Kopf abwärts gelähmt, auf die Frage, ob er Angst vor den Neonazis in Deutschland habe? Nein, er sei Realist und die Nazis eine wenig qualifizierte Minderheit. Wie sollten die das schaffen, das Land zu regieren: in den Wald gehen und Wildschweine jagen?

Tina Mendelsohn

moderiert das

Magazin „Kulturzeit“ auf 3sat, Montag bis Freitag um 19 Uhr 20.

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