Medien : Preiswert, unkompliziert, komfortabel

Eine Berliner Firma macht es möglich: Internet-Gespräche mit eigener Nummer und gewohntem Telefon

Kurt Sagatz

Sparen beim Telefonieren, das geht jetzt noch einfacher – über das Internet. Gespräche zu 0 Cent zu anderen Internet-Nutzern und ab 1 Cent ins Festnetz, damit hat diese Technik ihren Durchbruch geschafft. Man behält sogar die normale Telefonnummer, kann das eigene Telefon behalten. Kein Wunder also, dass die neue Art des Telefonierens zu einem gewichtigen Argument für die DSL-Vermarkter von 1&1, Freenet, Web.de und Co. geworden ist.

Vorbei die Zeiten, als diese Technik als Spielerei für Freaks abgetan wurde, weil der Computer ständig eingeschaltet sein musste und statt kabelloser Freiheit Leinenzwang am Headset herrschte. Heute telefoniert man auch per Internet mit seinem gewohnten Telefon, natürlich auch bei ausgeschaltetem Computer, und statt der teuren Flatrate reicht ein kostengünstiger DSL-Volumentarif.

Natürlich stellt sich die Frage, für wen sich das überhaupt lohnt? Wer ohnehin eine niedrige Telefonrechnung oder zumindest geringe flexible Telefonkosten hat, wird kaum von der Internet-Telefonie profitieren. Anders bei Vieltelefonierern, die zudem bereits über einen DSL-Anschluss verfügen oder sich gerade das schnelle Internet zulegen wollen. Bei ihnen macht sich die Anschaffung der neuen Technik mitunter sehr schnell bezahlt, vor allem, wenn häufig Ferngespräche oder Telefonate in Länder wie die USA geführt werden. Denn auch das funktioniert ohne Abstriche beim Komfort und der Sprachqualität.

Der Weg dahin war allerdings steinig. Alle bisherigen Lösungen – per Computer, über spezielle Internet-Telefone oder über reine Internet-Adapter für herkömmliche Telefone – erforderten mehr oder minder viel Bereitschaft zum Umgewöhnen. Erst eine Entwicklung der Berliner Kommunikationsexperten von AVM machte durch eine geschickte Integration von Internet-Technik und Telefonie Schluss mit den Kompromissen. Deren „Fritz!Box Fon“, die inzwischen von vielen Anbietern für Internet-Telefonie subventioniert angeboten wird, kombiniert eine Telekommunikationsanlage für zwei Endgeräte mit einem DSL- Router, bei einigen Anbietern sogar mit Wireless LAN. Die Box lässt sich sowohl an einen analogen Telefonanschluss als auch an das digitale ISDN anschließen.

Die AVM-Anlage ist eine Ein-Box-Lösung, zusätzliche Technik wird nicht benötigt. Das macht sich bei der sehr einfachen Installation bezahlt. Die Box wird auf der einen Seite mit dem Telefonanschluss und dem DSL-Splitter verbunden. Auf der anderen Seite werden die vorhandenen analogen Telefone angeschlossen sowie die Verbindung mit dem Computer hergestellt, entweder per Netzwerkkarte oder USB-Anschluss.

Die Konfiguration der Box erfolgt bequem über den Internet-Browser des angeschlossenen PCs: 1&1 sowie Freenet bieten spezielle Editionen der Box mit vorgegebenen Einstellungen an, die dafür nötigen Daten der Provider müssen nur noch in die Maske eingetragen werden. Etwas anders sieht es bei Web.de aus. Dort kommt die AVM-Basisversion zum Einsatz mit jeweils einer Maske für die DSL-Verbindung, die auch von anderen Providern wie T-Online oder AOL stammen kann, und einer weiteren für die Telefonie-Daten von Web.de.

Auf den vorhandenen Telefonanschluss kann man derzeit dennoch nicht verzichten. Bislang ist es mit Internettelefonen nicht möglich, Notrufnummern oder Sondernummern anzuwählen. Zudem setzt der DSL-Anschluss noch immer eine Telefonleitung voraus, auch die komplette Mitnahme der Telefonnummer ins Internet ist noch nicht möglich. Hinzu kommt, auch wenn sich die Werbung darüber ausschweigt, dass das Telefonsystem noch immer ausfallsicherer ist als das Internet. Allerdings sollte das niemanden daran hindern, die Kostenvorteile der neuen Art zu telefonieren, nicht schon jetzt zu nutzen.

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