Medien : Premiere und ARD kämpfen um Bundesliga

Joachim Huber

Die Wettbewerber um die Fernsehrechte an der Fußball-Bundesliga ab der Saison 2006/2007 laufen sich warm. Premiere-Sportvorstand Hans Mahr hat die Position für das Pay-TV im „Spiegel“-Interview umrissen: „Klar ist, die Liga kann nicht immer größere Summen fordern, ohne mehr Exklusivität zu bieten.“ Für eine Erstverwertung der Spiele vom Samstag im Free-TV nach 22 Uhr sieht er „Potenzial, zumal das anderswo längst funktioniert.“

Genau hier setzt ARD-Programmdirektor Günter Struve an. „Wir werden alles tun, was möglich ist, um die Bundesliga-,Sportschau’ für mehrere Jahre gegen 18 Uhr 10 im Programm zu haben.“ Beim Ifa-Pressegespräch erinnerte er an das „Desaster“ bei Fans und Zuschauern, das Sat 1 2001 erlitten habe, „als der Privatsender mit der Bundesliga-Berichterstattung um 20 Uhr 15 startete“. Nach Struves Meinung schadet eine „zeitnahe Auswertung“ der Bundesliga im Free-TV dem Bezahlsender Premiere nicht: „Wenn wir den Zahlen von Premiere glauben dürfen, dann sind die Abonnenten-Zahlen in den vergangenen Jahren konstant gestiegen. Offensichtlich hat die ,Sportschau’ diese Entwicklung nicht behindert.“

Hagen Boßdorf, der Sportkoordinator der ARD, bestätigte, dass das Erste eine „Roadshow“ bei den Bundesliga-Klubs veranstaltet habe. „Der Wert einer zeitnahen ,Sportschau’ im Free-TV wird von den Vereinen und der Deutschen Fußball-Liga anerkannt.“ Als größte Verbündete der ARD sieht Boßdorf die „Sponsoren der Vereine, die kein Interesse haben, dass sie im Pay-TV verschwinden“. Seiner Aussage nach hat die Bundesliga die höchsten Sponsoren-Einnahmen in Europa. Esheißt, dass diese Summen in den Klub-Etats vier Mal so hoch wie die TV-Einnahmen sind. Eine Verlegung der „Sportschau“ auf 19 Uhr macht für „die ARD keinen Sinn, da sinken Programmwert und Werbeeinnahmen“. Mit einem Spiel weniger am Samstag könnte die ARD leben (also einem Exklusiv-Spiel bei Premiere am Freitag), auch eine Partie am Samstagmittag wäre akzeptabel. „Eine Samstag-,Sportschau’ mit sechs Spielen ist immer noch substanziell.“ Hagen Boßdorf rechnet mit Verhandlungen bis Weihnachten. Alle Beteiligte wissen: Die Preise steigen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben