Print : Wirtschaft auf einen Blick

Das „Handelsblatt“ erscheint ab November im neuen Kleinformat und mit vielen Neuerungen

Dominik Bardow
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Nach dem RelaunchFoto: Handelsblatt

Bereits Anfang August deutete „Handelsblatt“-Geschäftsführer Joachim Liebler im Tagesspiegel an, dass der Verlag drei Optionen für ein neues Format der traditionsreich Wirtschaftszeitung prüfe: auf das kleinere, sogenannte Tabloidformat umzustellen, die Zeitung inklusive Beilagen einheitlich auf Großpapier (Broad- Sheet) zu drucken oder ein neues Business-Format einzuführen. Nun ist die Entscheidung gefallen: Das „Handelsblatt“ erscheine künftig in Tabloidgröße, jedoch als Business-Format, sagte Liebler. Die erste Ausgabe in neuer Optik soll am 2. November erscheinen. Statt 32 Seiten hat das neue „Handelsblatt“ 64 Seiten – alle komplett vierfarbig statt wie bisher Farbe und Schwarz-Weiß gemischt. Eine Heftung soll das Blatt zudem hochwertiger erscheinen lassen, auf der letzten Seite ein sogenannter Quickreader als Inhaltsverzeichnis dienen.

„Man kann in dieser schwierigen Zeit für Medien entweder nur sparen oder aber gleichzeitig in eine Entwicklung der Produkte investieren“, sagt Liebler. Die Marke Handelsblatt solle „vom Abolieferanten der Vergangenheit zum crossmedialen Informationspartner für die Entscheider von morgen“ werden. Dazu gehören neben der Printausgabe auch Online- und Mobilangebote, die ebenfalls einen Relaunch beziehungsweise neue Handy-Anwendungen erhalten sollen. Vorbild für den neuen Printauftritt sind laut Liebler Wirtschaftszeitungen aus Frankreich, Portugal oder Schweden, aber „sicher nicht ,Welt kompakt‘ oder die ,Frankfurter Rundschau‘“. Liebler legt Wert darauf, dass das neue BusinessFormat kein reines Tabloid ist. „Tabloid ist die schlichte Verkleinerung einer Seite von Broad-Sheet auf das halbe Format. Unser Business-Format folgt konsequent dem Doppelseitenprinzip, mit neuer Bild- und Grafiksprache.“ Inhaltlich setze man nicht mit kurzen Artikeln auf den schnellen Leser, sondern räume wichtigen Themen mehr Platz ein, bis hin zur Aufhebung von Ressortgrenzen. Die Hierarchie von Artikeln soll durch optische Mittel wie unterschiedliche Schriftarten klar erkennbar sein. Die Beilage „Finanzzeitung“, die bereits im Tabloidformat dem „Handelsblatt“ beigelegt war, soll ins Blatt integriert werden.

Die Umstellung vom nordischen Format, in dem auch der Tagesspiegel erscheint, auf die handliche Tabloidgröße legt nahe, dass das „Handelsblatt“ statt der ausführlichen Büro- verstärkt die schnelle S-Bahn-Lektüre im Auge hat. Nein, sagt Liebler, man habe sich die gewandelte Mediennutzung der Zielgruppe angeschaut, „und die möchte Informationen schneller, flexibler, mobiler“. Daher biete man das Business-Paket aus Print, Mobil und Online an. Es ist der wichtigste Relaunch der1946 gegründeten Wirtschaftszeitung. Das „Handelsblatt“ wird von der Verlagsgruppe Handelsblatt publiziert, die ihrerseits zur Verlagsgruppe Dieter von Holtzbrinck gehört, in der auch der Tagesspiegel erscheint. Die verkaufte Auflage lag laut IVW im zweiten Quartal 2009 bei 138 301 Stück.

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