PRINTKRISE : Mit der Welt fertig

Interviewmagazin „Galore“ stellt von Print auf Online um

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Besondere Fragen und Antworten, bald nur noch im Internet. Foto: Promo

Zuhauf, im Überfluss, so das deutsche Wort für „Galore“. Viele Interviewmagazine gibt es tatsächlich nicht auf dem deutschen Markt. Genau genommen nur noch eines, und das wird nun eingestellt, zumindest in der gedruckten Form. Das Interviewmagazin „Galore“ soll im Juni mit dem 49. Heft zum letzten Mal erscheinen. Grund: die „missliche Wirtschaftslage“, gab die Dialog GmbH in Dortmund am Dienstag bekannt. Das Unternehmen publiziert das Magazin seit Dezember 2003. Zwischenzeitlich erschienen zehn Ausgaben pro Jahr. Zuletzt hatte „Galore“ auf zweimonatliche Erscheinungsweise umgestellt. Ganz wird das Magazin allerdings nicht verschwinden. Für den 29. Juni hat der Verlag den Start eines Interviewportals im Internet angekündigt. Dort sollen alle bisherigen 900 „Galore“-Gespräche und wochentäglich ein neues Interview kostenlos abrufbar sein.

Schade um ein ambitioniertes Printprojekt. In den besten Momenten gelang es „Galore“, Prominenten wie Oasis-Sänger Noel Gallagher, Maler Jörg Immendorff, Schriftsteller Stanislaw Lem, Basketballstar Dirk Nowitzki, Schachweltmeister Vishy Anand oder Schauspieler Mickey Rourke (Überschrift: „Nur Gott darf mir mitteilen, wann ich mit der Welt fertig bin“) Überraschendes zu entlocken. Motto: Ziel eines Interviews müsse es sein, jede Frage und jede Antwort zu einer besonderen werden zu lassen. Das galt auch für Menschen mit interessantem Lebenshintergrund. Dauerhaft war dieser Anspruch bei einem kleinen Redaktionsteam jedoch nicht zu halten, dafür waren dann auch die Autorenhonorare zu gering. Das reine Interviewkonzept wurde am Ende mit Kulturtipps gelockert. Leiter des Onlineportals soll nun Sascha Krüger werden, der zum Gründungsteam von „Galore“ zählt. meh

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