"Prison Break" : Gnadenlos spannend

"Prison Break“ ist eine Gefängnisserie bei RTL. Donnerstag Abend laufen die nächsten Folgen.

Till Frommann

Alles beginnt mit einem riesigen Tattoo, Festplattenweitwurf und Hamburgern – und es endet nach der ersten Folge so spannend, dass einem nichts anderes übrig bleibt, als die Serie „Prison Break“ weiter zu sehen. Und bloß keine Sekunde zu verpassen. Zum Glück zeigt RTL jeweils zwei Folgen der 22 Teile hintereinander.

Es ist so eine Sache mit der Wahrheit: Ist das wirklich so passiert? Hat Lincoln Burrows (Dominic Purcell) wirklich den Bruder der Vizepräsidentin der USA erschossen? Sitzt er zu Recht im Fox-River-State-Gefängnis und soll auf dem elektrischen Stuhl sterben? Michael Scofield (Wentworth Miller), sein jüngerer Bruder und Hauptperson von „Prison Break“, hält ihn für unschuldig, und deshalb steht er nun in einer Bank und bedroht eine Bedienstete. In den Tresorraum will er, blafft er sie an, und sie erklärt ihm in aller Seelenruhe, dass dazu lediglich der Filialleiter Zugang habe – und der sei nun einmal zum Mittagessen in einem Fast-Food-Restaurant, in welchem es „immer diese kleinen, quadratischen Hamburger“ gebe – Humor wird hier homöopathisch verabreicht. Kurz vor diesem Auftritt in der Bank sieht man, wie sich Scofield ein riesiges Tattoo verpassen lässt und wie er eine Festplatte von seinem Balkon in Richtung Nacht schmeißt. Um seinen ausgeheckten Fluchtplan zu vernichten? Denn deshalb zieht er seinen Bankraub so stümperhaft durch: Weil er gefasst und ins selbe Gefängnis wie sein Bruder eingesperrt werden will, um daraufhin mit ihm aus dem Hochsicherheitstrakt zu fliehen. Das Tattoo ist ein verschlüsselter Plan des Gebäudes.

So konstruiert und unglaubwürdig das klingen mag, wirkt es alles in allem überaus wahrhaftig – zumindest im erzählerischen Rahmen dieser Serie. Spannend ist „Prison Break“ deshalb, weil der Zuschauer nur Bröckchen für Bröckchen mit Informationen versorgt wird – ein Puzzlespiel in vielen Teilen! Und damit das Ganze kein Kammerspiel im Knast bleibt, versucht Anwältin Veronica Donovan, die Ex-Freundin des Todeskandidaten, die vermeintliche Verschwörung dahinter in der Welt da draußen aufzudecken, fernab der Gefängnismauern.

Im Moment läuft in den USA die zweite Staffel von „Prison Break“, eine dritte wird produziert. Knapp zehn Millionen Zuschauer haben die Serie dort regelmäßig auf dem Fernsehsender Fox gesehen, für zwei Golden Globes ist sie nominiert gewesen. Kein Wunder: Bei der Spannung, die gut und gerne mit der Echtzeitserie „24“ mithalten kann. Till Frommann

„Prison Break“, RTL, 22 Uhr 15 RTL

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