Medien : Prix Jeunesse: Blaubär rettet deutsche Ehre

M. Herrmann-Schiel

Mit der Verleihung von 29 Preisen in zehn Kategorien ist am Samstagabend der Fernsehwettbewerb Prix Jeunesse zu Ende gegangen. Das einwöchige Festival, bei dem Kinderfernsehsendungen aus aller Welt ausgezeichnet werden, konnte in diesem Jahr eine Rekordbeteiligung verbuchen: Insgesamt hatten 120 Fernsehstationen aus 69 Ländern rund 280 Beiträge eingereicht.

„Der Prix Jeunesse ist so wichtig wie nie zuvor. Wenn es ihn nicht gäbe, müsste man ihn erfinden", sagte die bayerische Kultusministerin Monika Hohlmeier bei der Preisverleihung in der Münchner Muffathalle. Generalsekretärin Ursula von Zallinger hörte es mit Freuden, hatte es doch zum 40-jährigen Jubiläum des als „Kinderoscar" titulierten Preises Überlegungen gegeben, diesen einzusparen. Fernsehen ist rund um den Globus das wichtigste Medium für Kinder. Es liefert Unterhaltung und Informationen, ist ein Spiegelbild ihres Alltags und ihrer Kultur. Ein Beispiel dafür: „Pythagora Switch“ aus Tokio, ein Vorschulmagazin, dass sich japanische Stilelemente zu Eigen macht. Dafür gab es den Prix Jeunesse in der Kategorie „Up to 6 Non Ficton".

Aufregend Neues in diesem Jahr? Fehlanzeige. Diskussionen löste höchstens „Dangerville“ aus, eine Parodie auf Reality-Shows. Und die dänische Kochsendung „Kitchen", in der Kinder ein Schwein ausnehmen mussten. Immer früher wird Sexualität zum Thema fürs Kinderfernsehen. Unter den Sieger-Titeln waren drei Programme, in denen sich alles um Liebe dreht: „Ready, Steady, Grow!“ aus Schweden, der niederländische Film „Dunya und Desi" und die Dokumentation „Girls“. Mit „Knofje" und der Show „Zigzag" wurden zwei weitere holländische Produktionen prämiert. Damit waren die Niederländer Nationensieger. Sieben ihrer Programme liefen im Finale, vier bekamen sogar den Preis. Die deutsche Ehre rettete „Käpt’n Blaubär": mit www.blaubaer.de eroberte der Seemannsgarn-Spinner den Web-Preis in der „School Age Category".

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