Medien : Programmchef Struve verteidigt blutige Boxnacht

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Herr Struve , in der ARD-Boxnacht lieferten sich Arthur Abraham und der Kolumbianer Miranda einen sehr blutigen Kampf. Haben sich Zuschauer beschwert, einen Abbruch der Übertragung gefordert?

Es gab einzelne Zuschauer, die einen Abbruch des Kampfes oder der Übertragung verlangt haben.

Sind die Quoten sogar gestiegen, als der Fight immer blutrünstiger wurde?

Generell ist es so, dass bei spannenden Boxkämpfen die Quoten am Ende steigen. Dies hängt aber in erster Linie mit dem Parallelprogramm zusammen: Wenn reichweitenstarke Sendungen in anderen Programmen während der Boxübertragung zu Ende gehen, bleiben in der Regel viele Zuschauer beim Umschalten an spannenden Kämpfen hängen.

Muss die ARD aus dieser Boxnacht irgendetwas lernen?

Die Qualität der Reporter und der an den Boxkampf anschließenden Interviews haben gezeigt, dass das ARD-Boxteam auch mit solchen Situationen kritisch umgehen kann.

Nimmt das Erste Einfluss darauf, wer da in den Ring geschickt wird? Experten sagen, in der ARD, aber auch im ZDF ist so mancher Rummelboxer unterwegs.

Wir nehmen keinerlei Einfluss darauf, wer boxt. Dies obliegt dem Boxstall und ist in erster Linie durch sportliche Vorgaben wie die Weltranglisten geprägt.

Der Sport ist für den Erfolg der ARD ausgesprochen wichtig. Trotzdem: Gehört der Profi-Boxsport zum öffentlich-rechtlichen Auftrag?

Schon in den 60er und 70er Jahren gab es Boxen im Ersten. Damals wie heute zeigt das Publikumsinteresse, dass Boxveranstaltungen am späten Samstagabend sehr gerne gesehen werden.

Günter Struve ist

Programmdirektor

Erstes Deutsches Fernsehen in München. Mit ihm sprach Joachim Huber.

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