Prozess : 500 Euro, eine Million, Gefängnis

Chef-Programmierer von kino.to legt Geständnis ab.

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Zigaretten und Cola, dazu 500 Euro, das war zunächst der Lohn für den Philosophie-Studenten aus Hamburg, damit er die illegale Website programmiert. Es wurden dann 50 000 Euro im Monat, am Ende soll er mehr als eine Million Euro kassiert haben – bis nachts im Juni 2011 schwer bewaffnete Polizisten vor seiner Tür standen und ihn aus dem Bett in die Untersuchungshaft beförderten.

„Dass das Portal als solches tatsächlich Gefängnis bedeuten würde, wusste ich nicht“, sagte der heute 29-Jährige, der Chefprogrammierer der illegalen Internetseite kino.to war, am Freitag vorm Landgericht Leipzig. Er räumte ein, die Internetseite von Anfang an programmiert zu haben. Ihm sei aber nicht klar gewesen, dass er etwas Strafbares tue. Er habe sich in einer Grauzone gewähnt.

Die Generalstaatsanwaltschaft wirft dem Mann eine massenhafte Verletzung des Urheberrechts vor. Über die von ihm programmierte Seite, die von den Behörden gesperrt wurde, waren 135 000 raubkopierte Filme, Serien und Dokumentationen zu erreichen, die bei sogenannten Filehostern lagerten. Zeitweise verzeichnete kino.to bis zu vier Millionen Nutzer täglich. Geld wurde über Werbeeinnahmen verdient. Der Programmierer gilt als zweitwichtigster Mann von kino.to, nach dem ebenfalls inhaftierten Leipziger Gründer.

Der 29-Jährige sagte, er habe die erste Version von kino.to 2008 binnen weniger Tage im Auftrag des Gründers erstellt. Zum Schluss fungierte er pro forma sogar als Chef von kino.to. Der eigentliche Drahtzieher habe ihn aber wohl aus Angst vor Entdeckung vorgeschoben, sagte der Mann.

Der Prozess soll am 11. April fortgeführt werden. Bereits im Dezember hatte das Amtsgericht Leipzig vier Angeklagte zu Freiheitsstrafen zwischen 21 Monaten und drei Jahren und fünf Monaten verurteilt. dpa

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